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So. 3. Oktober 2010 - 12:17 Uhr
Allianz gegen neue AKW

Diessenhofen – Thurgauer Parteien und Verbände gründen in Diessenhofen Allianz gegen neue AKW. - Thurgauer-Allianz Nein-zu-neuen-AKW


 

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Durch die Oberflächenbauten eines möglichen Atommülllagers in Benken wäre auch das Gemeindegebiet von Diessenhofen direkt betroffen. Deshalb wählten Grüne, SP, GLP, EVP, Junge Grüne und Juso, sowie Pro Natura und WWF diesen Ort für ihre Orientierungsveranstaltung aus. Sie alle bilden die neue Thurgauer-Allianz „Nein zu neuen AKW“.
Deren Präsident Urs Oberholzer-Roth von den Grünen, erinnerte an die gesundheitsschädigende Wirkung von Radioaktivität. Die Allianz wolle die atomenergiekritischen Gruppen im Kanton vereinen und Öffentlichkeitsarbeit leisten mit dem Ziel des Atomausstiegs.
Die Vertreter der jungen Generation, Tobias Burren von den Jungen Grünen und Matthias Pohli von den Juso machten vor allem auf die langfristigen Folgen der Risikotechnologie aufmerksam und betonten die Unmöglichkeit, radioaktive Abfälle über 1 Mio Jahre hinaus sicher endlagern zu können.
Toni Kappeler von Pro Natura und Reiner Bodmer vom WWF zeigten auf, dass die technischen und geologischen Gegebenheiten für ein Tiefenlager alles andere als sicher sind und dass der Ausstieg aus der Atomenergie mit Energieeffizienz und den Erneuerbaren durchaus möglich ist.
Martin Aebersold, Vizepräsident der EVP verwies auf die moralische Verpflichtung, wonach die Schöpfung zu erhalten sei und unseren nachkommenden Generationen keine Altlasten in Form von Atommüll überlassen werden dürften.
Thomas Böhni, Vertreter der GLP und ausgewiesener Energiefachmann zeigte auf, dass die Erneuerbaren durchaus wirtschaftlich interessant sind und verglich mit dem deutschen Gailingen, wo in nächster Nähe bereits 20 Prozent des Energiebedarfs aus eigenen erneuerbaren Quellen stammt.
Edith Graf-Litscher, Nationalrätin der SP beleuchtete den sehr problematischen weil unsozialen Uranabbau und verwies auf die wirtschaftlichen Chancen der Cleantech-Initiative, die 100‘000 neue Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen werde.

Zum Schluss appellierte Urs Oberholzer-Roth daran, dass weder technische noch finanzielle Argumente gegen die Erneuerbaren stichhaltig seien und es nun einzig den politischen Willen brauche für eine Zukunft, die erneuerbar ist. Er rief die Thurgauerinnen und Thurgauer auf, einerseits Mitglied der Allianz zu werden und andererseits an der Anhörung Tiefenlager teilzunehmen. Möglichst viele Personen sollten vom Bundesamt für Umwelt den Atomausstieg fordern und den Plänen für Atommüll-Endlager eine Absage erteilen.

 


 
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