Lipperswil – Die Untersuchungen der verstorbenen Delfine «Shadow» und «Chelmers» haben ergeben, dass die Tiere durch Hirnschädigungen, ausgelöst durch Antibiotika, ums Leben kamen. Das Conny-Land zweifelt aber am Ergebnis und übt Kritik an der Vorgehensweise. - Daniel Schaffhauser
Mediensprecher Erich Brandenberger misstraut den Resultaten des Instituts für Veterinärpathologie der Universität Zürich: «Die Tiere waren bis kurz vor ihrem Tod kerngesund. Allfällige Hirnschädigungen hätten die Tierärzte bereits damals schon diagnostiziert.»
Gebräuchliches Antibiotika
Das verwendete Antibiotikum ist laut Brandenberger ein erprobtes Medikament und wurde schon an über 100 Delfine verabreicht, dabei traten nie Probleme auf. Der Conny-Land-Mediensprecher schliesst deshalb eine Vergiftung als Todesursache der Tiere nicht ganz aus. «Wir haben dem Institut für Veterinärpathologie mögliche Giftsorten angegeben. Allerdings wurden nicht alle davon untersucht», sagt Erich Brandenberger. Ob das Conny-Land die Resultate anfechten wird, bleibt vorerst offen. Zuerst müsse man sich ein genaues Bild über den Untersuchungsbericht machen.
Tierärzten droht Freiheitsstrafe
Gegen die verantwortlichen Tierärzte wurde eine Untersuchung eingeleitet. Zuerst muss aber geprüft werden, ob ihnen ein straflich relevantes Handeln anzulasten ist. Laut Artikel 26 des Tierschutzgesetzes droht den Verantwortlichen eine Freiheitsstrafe oder eine Geldbusse bis zu 20000 Franken. Wie lange die Untersuchungen in dem Fall dauern werden, wollte Oberstaatsanwalt Andreas Zuber nicht bekannt geben. «Im Fall Conny-Land hatten wir schon einmal ein Zeitfenster für die Ermittlungen gestellt und konnten dieses nicht einhalten. Diesen Fehler werden wir nicht noch einmal begehen», sagte Zuber.
The Show «must» go on
Trotz des Verlustes von acht Delfinen in den vergangenen drei Jahren will das Conny-Land im Frühling die Show mit den verbliebenen drei Tieren weiterführen. Tierschützer fürchten, dass schon bald weitere Delfine importiert werden. Für sie ist klar, dass mit drei Tieren keine nachhaltige Zucht betrieben werden kann. «Delfine gehören ins Meer und nicht in einen Freizeitpark, deshalb soll künftig niemand mehr von der kommerziellen Ausbeutung der Tiere profitieren», sagt das Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF.
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