Thurgau – Seit Anfang Juli sind in den Gemeinden wieder die Feuerbrandkontrolleure unterwegs. Neu wird nur noch in Gemeinden, in welchen der Obstbau Vorrang hat, flächendeckend kontrolliert. - ID
Feuerbrand (bakterienkrankheit) an einem befallenen Quittenbaum.
Im übrigen Gebiet (vorwiegend Gemeinden* südlich der Thur) stehen die Gemeindekontrolleure aber weiterhin der Bevölkerung für Beratung zur Verfügung. Bei Verdacht auf Feuerbrand kann sich jedermann bei der Gemeindeverwaltung bzw. beim zuständigen Hochstammkontrolleur melden. Es ist wichtig, dass auch in diesem Gebiet befallene Pflanzen(teile) fachgerecht vernichtet werden.
Aktuelle Befallslage – bisher wenig Befall
Aufgrund der ungünstigen Witterung zur Zeit der Obstblüte mit nur ein bis zwei Infektionstagen im Vergleich zu zehn bis 14 in den Jahren 2007 und 2008 wurden ähnlich wie im vergangenen Jahr nur vereinzelt Blüteninfektionen in Anlagen und auf Hochstämmen entdeckt. Für die Zier-Wirtspflanzen waren die Infektionsbedingungen etwas günstiger. Die kühlen Temperaturen im Mai haben die Entwicklung der Bakterienpopulationen stark verzögert, sodass erste Befallssymptome erst Mitte Juni auftraten. Oft wurden feuerbrandähnliche Symptome mit Infektionen durch Gloeosporium- und Fusarienpilzen oder mit Befall durch Birnentriebwespen verwechselt. Gegenwärtig nehmen die positiven Feuerbrandmeldungen zu. Der Befall ist sehr lokal und meistens dort, wo irgendwo noch Altbefall wieder aktiv wurde. Es ist aber davon auszugehen, dass Altbefall auch Neubefall auslöst. Entsprechend sind Kontrollen in den kommenden Monaten wichtig.
In folgenden Gemeinden ist bisher Feuerbrand aufgetreten: Affeltrangen, Amlikon-Bissegg (Ortsteile Wolfikon und Strohwilen), Berg, Bürglen (Ortsteil Opfershofen), Egnach, Frauenfeld (Ortsteil Erzenholz), Kemmental (Ortsteil Dotnacht), Roggwil (Ortsteil Betenwil), Romanshorn, Thundorf und Uttwil.
Verdächtige Pflanzen nicht berühren, aber melden
Es gibt einige typische Feuerbrand-Symptome wie das Absterben von ganzen Blütenbüscheln und das Braun-Schwarz-Verfärben der Blätter vom Blattstiel Richtung Blattspitze. Nicht verholzte Triebe werden u-förmig abgebogen. Zum Teil treten gelblich-orange Schleimtropfen aus. Es können auch ganze Zweige absterben. Achtung: Verdächtige Pflanzen auf keinen Fall berühren und keine kranken Zweige wegschneiden. Denn es besteht eine grosse Verschleppungsgefahr der Feuerbrandbakterien. Befallsverdacht den Gemeindeverantwortlichen melden.
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