Es war wohl die Wichtigkeit der Traktanden, die für einmal so viele Gäste zur gestrigen Gemeinderatssitzung ins Kreuzlinger Rathaus zog: die Bestellung des Büros des Gemeinderats mit der Wahl von Präsident und Vize-Präsident sowie der Kreditantrag des Stadtrats für die Erstellung eines Jugendhauses (die klz berichtete).
Bei 38 anwesenden Gemeinderatsmitgliedern wurde der bisherige Vize-Präsident Beat Rüedi (FDP/EVP) mit 37 Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Noch bevor er das Resultat bekannt gab, liess der scheidende Ratspräsident Bruno Rieser (SVP) sein Amtsjahr in knappen Sätzen Revue passieren. Auch wenn die freie Zeit manchmal knapp gewesen sei, behalte er die oft repräsentativen Auftritte als interessant in Erinnerung. Rieser dankte den Rats- und Fraktionskollegen wie auch dem Stadtrat für die Unterstützung. Für seinen Nachfolger stellte Rieser eine Flasche Schnaps parat, «zur Beruhigung der Nerven». Geschenke gab es für Rüedi auch von seiner Fraktion: Margrit Gubler (FDP) überreichte nebst dem Gutschein für ein Abendessen selbstgemachte Pralinen, Thomas Leuch (EVP) eine spannende Lektüre. Christian Forster (Rägäbogä) schliesslich brachte einen (Camping-)Stuhl für Beat Rüedi, wohl dass er nicht vergesse, dass Freizeit wichtig sei.
Humor und Verantwortung
Dass Beat Rüedi Spass versteht, bewies er mit einigen Versen auf die Fraktionen und Stadtratsmitglieder, die er im Anschluss an seine Antrittsrede zum Besten gab und für Schmunzeln und Applaus sorgte. Er freue sich auf das kommende Jahr, sagte Rüedi in seiner Antrittsrede, auf spannende Begegnungen mit Menschen und neuen Themen. Unter anderem forderte er die Anwesenden auf, sich für öffentliche Ämter zur Verfügung zu stellen und der Gesellschaft etwas (zurück) zu geben.
Zum Vizepräsidenten des Kreuzlinger Gemeinderats wurde mit 31 Stimmen Ruedi Herzog (SP/Gewerkschaften) gewählt. Neu im Büro sitzt Rolf Rindlisbacher (SVP).
Vertrauen in die Jugend
Grund zur Freude hatten auch jene, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv für den Bau eines Jugendhauses eingesetzt hatten: Das Ja des Gemeinderats zum Kreditbegehren von 685000 Franken (34 Ja, ein Nein, drei Enthaltungen) wurde mit grossem Applaus der anwesenden Jugendlichen und Jugendverantwortlichen belohnt. Zuvor hatte Christian Brändli als Präsident der vorberatenden Kommission die Vorteile, aber auch die Schwachstellen des Projekts beleuchtet.
Die Kommission sprach sich einstimmig für die Annahme des Kreditbegehrens aus. Ein später gestellter Antrag der Kommission über 35000 Franken für den Bau eines Vordaches wurde genehmigt.
Sämtliche Fraktionen stimmten der Botschaft des Stadtrates zu. Stadtrat David Blatter bestätigte, dass das Jugendhaus eine Solaranlage bekommen werde, die 18000 Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren könne. Das entspreche der benötigten Menge von drei bis vier Einfamilienhäusern.
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