Kreuzlingen – Im Namen eines überparteilichen, interkonfessionellen Initiativkomitees wurde ein Volksbegehren eingereicht gegen «frauenfeindliche, rassistische und mörderische Lehrbücher». Doch die Initiative scheint ins Leere zu laufen. - Clemens Pecher
Mittels Zuschrift in den Briefkasten ging das Komitee vergangene Woche auf Stimmenfang. Das Gesetz der Volksschule sei wie folgt zu ergänzen: «Lehrbücher, auch im religiösen Bereich, dürfen weder frauenfeindlich, rassistisch, noch mörderisch sein.» Man wolle verhindern, dass «Koran, Hadith’s oder Teilauszüge davon den Kindern gelehrt werden, da sie unserer Verfassung widersprechen», heisst es zur Begründung der Initiative. Hinter dem Komitee stehen die Schweizer Demokraten (SD).
«Es gibt ja verschiedene Arten, um auf sich aufmerksam zu machen», kommentiert Schulpräsident Jürg Schenkel die Initiative knapp. «Allein das bisherige Recht verhindert, dass Lehrbücher nicht frauenfeindlich, rassistisch oder mörderisch sind.» Ausserdem stelle sich die Frage, was die Forderung im Gesetz der Volksschule zu suchen habe. «Dann müssten wir Grimms Märchen ebsnfalls aus der Schule verbannen, darin hat’s auch mörderische Passagen.»
Keine religiösen Lehrbücher
Schenkel präzisiert: «Die Schule hat einen Bildungsauftrag. Religionsunterricht steht aber nicht auf dem Lehrplan.» Es gibt ihn zwar in den Räumen der Schulgemeinde, aber gelehrt wird von den Kirchen aus, protestantisch, katholisch und seit nicht langer Zeit auch muslimisch. «Die Schule stellt dafür nur die Räume zur Verfügung.» Religiöse Lehrbücher, wie durch die Initiative angesprochen, gibt es von seiten der Schule gar nicht, weshalb der geforderte Passus bezgl. dem Gesetz der Volksschule ins Leere läuft.
«So eine Initiative schafft Unmut statt Annäherung», so Schenkel. «In Kreuzlingen sind wir auf einem guten Weg der Begegnung, mit gegenseitiger Achtung und Wertschätzung, ohne Heimlichtuerei.» Die Initiative wirke diesen Grundsätzen entgegen
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