Frauenfeld – Der elektronische Geschäftsaustausch zwischen Grundbuchämtern, Notariaten und Banken ist im Kanton Thurgau gestartet. Im Rahmen eines Pilots können erstmalig zwischen Grundbuchämtern, Notariaten und Banken Grundstück-Geschäfte über eine einzige Schnittstelle abgewickelt werden. Diese weltweit exklusive E-Government Dienstleistung ist den Medien am Donnerstag in Frauenfeld vorgestellt worden. - ID
Regierungsrat Claudius Graf-Schelling freut sich, mit Terravis einen wichtigen Meilenstein im elektronischen Geschäftsverkehr erreicht zu haben. (Bild: zvg)
Am 23. Januar 2012 startete der elektronische Geschäftsverkehr Terravis zwischen Grundbuchämtern, Notariaten und Banken im Kanton Thurgau. Terravis ermöglicht sichere und standardisierte Kommunikation unter anderem für notarielle Anmeldungen zur Errichtung von papierlosen Register-Schuldbriefen oder die Ablösung von Hypothekarkrediten von Bank zu Bank. Der Austausch erfolgt medienbruchfrei über eine einzige Schnittstelle. Es gibt weltweit keine vergleichbare interdisziplinäre Lösung zwischen diesen Anspruchsgruppen, die in der Praxis angewendet wird. «Die Geschäftsprozesse im Grundbuch werden damit hundert Jahre nach Einführung des Zivilgesetzbuches revolutioniert», stellte Regierungsrat Claudius Graf-Schelling anlässlich der Medienpräsentation erfreut fest.
Der elektronische Geschäftsverkehr mittels Terravis zeichnet sich aus durch administrative Entlastung und Verringerung der Fehlerquellen. Dazu kommen die geringeren Kosten und die schnellere und sicherere Abwicklung der Geschäfte. Von Anfang an wurde dem Datenschutz bei der Umsetzung einen besonderen Stellenwert eingeräumt. Zugang zu Terravis erhält nur, wer gemäss gesetzlichen Bestimmungen dazu berechtigt ist.
Der produktive Pilot läuft bis Ende Juni 2012 mit folgenden Parteien:
• Credit Suisse
• Grundbuchamt Kreuzlingen
• Grundbuchamt Tägerwilen
• Raiffeisenbank Regio Altnau
• Raiffeisenbank Tägerwilen
• Thurgauer Kantonalbank
• UBS
Terravis ist Teil des Projekts eGRIS und läuft unter Beobachtung und im Einverständnis des Bundesamtes für Justiz, der Kantone Thurgau und Uri sowie der Schweizerischen Nationalbank. Es konnte im Thurgau innert kürzester Zeit realisiert werden, was Regierungsrat Graf-Schelling mit den Worten kommentierte: «Wir behaupten von uns, wir seien der Kanton der kurzen Wege und raschen Entscheidungen. Mit Bezug auf das Projekt elektronischer Geschäftsverkehr Terravis haben wir diesem Grundsatz auch glaubwürdig nachgelebt».
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