Frauenfeld – Die Zwillingsinitiativen sind einseitig auf die Förderung von Solarstromanlagen ausgerichtet. Deshalb bringt die Regionalgruppe Thurgau der Aktion für eine vernünftige Energiepolitik Schweiz (AVES) einen Gegenvorschlag in die Debatte ein. - AVES Thurgau
Die im Juni gegründete AVES Thurgau strebt die sinnvolle Nutzung aller Energiearten an, insbesondere der Wasserkraft, der Kernenergie sowie der neuen erneuerbaren Energien. Sie anerkennt die Stossrichtung der Zwillingsinitiative und befürwortet im Grundsatz die Förderung der neuen erneuerbaren Energien. Doch die Zwillingsinitiative ist zu einseitig auf die Förderung bestimmter Energien sowie auf die Beschaffung von Subventionsgeldern ausgerichtet. Das betonten Gabi Badertscher, Vizepräsidentin, Urs Martin, Präsident, und Armin Menzi, Energie-Autor, an einer Medienkonferenz vom Dienstag.
Mit ihrem umfassenden Gegenvorschlag verlangt die Organisation die „verstärkte Nutzung von erneuerbaren, effizient, umweltschonend und wirtschaftlich erzeugten Energien und dezentral erzeugter Elektrizität aus netzverträglichen Produktionsanlagen“. Darüberhinaus soll ausdrücklich die Abwärmenutzung aus Industrie und Gewerbe und auch von biologischen Energieträgern in der Landwirtschaft wie Grünabfälle und Gülle ausdrücklich gefördert werden. Schliesslich geht es darum, von jährlich total 15 bis 25 Mio. Franken Fördermitteln den kantonalen Anteil aus allgemeinen Staatsmitteln zu erbringen, während die Zwillingsinitiativen eine fragwürdige Knüpfung an die Axpo-Dividende verlangen.
Die neuen erneuerbaren Energien und insbesondere die neuen Möglichkeiten im Bereich Gebäudehülle und Gebäudetechnik werden in Zukunft einen wichtigen Beitrag an die Energieeffizienz leisten. Die Photovoltaik allein ist eine stochastische, also eine nicht immer zur Verfügung stehende Energie. Ihre Verfügbarkeit liegt bei rund 25 Prozent, also einem Viertel der Zeit. Für den Rest müssen andere Stromerzeugungsformen einspringen, illustrierte Armin Menzi, Energie-Autor und Vorstandsmitglied der AVES Thurgau.
Die eingesetzten kantonalen Steuergelder sollen eine gezielte Wirkung entfalten, unterstrich Urs Martin. Die Reduktion einer Tonne CO2 mittels Solarstromanlagen koste 19‘235 Franken, während eine Tonne CO2 weniger mit Solarthermik für 5‘622 Franken, mittels Gebäudehüllensanierung für 3‘923 Franken und mit Minergie gar nur für 3‘057 Franken zu haben ist. Die AVES Thurgau wolle deshalb Gegensteuer geben. „Der Grosse Rat und die Bevölkerung sollen die Wahl haben, ob sie ideologische Subventionen oder eine ehrliche effiziente Förderung der erneuerbaren Energien unterstützen wollen.“
AVES Thurgau will alle Energien nutzen
AVES Thurgau setzt sich in erster Linie für die Beibehaltung des bewährten Strommix und namentlich für den sinnvollen Einsatz von Wasserkraft und Kernenergie ein. Darüber hinaus befürwortet AVES Thurgau die realistische Förderung alternativer Energien. Das Hauptanliegen der AVES besteht darin, die Diskussion um die Energienutzung zu versachlichen. Seriosität und Fachwissen sollen bei der Wahl der Energiearten dominieren und nicht Ideologie.
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