Fangerträge am Bodensee-Obersee sind gleich geblieben
Bodensee – Das Fangjahr 2009 ermöglichte den 151 Berufsfischerinnen und Berufsfischern am Bodensee-Obersee einen Ertrag von 727 Tonnen, etwa gleich viel wie im Vorjahr. - ID
Die Felchenfänge waren geringfügig besser, die Barschfänge dagegen deutlich schlechter. Ab diesem Herbst darf mit der Netzfischerei am Morgen etwas früher als bisher begonnen werden. Damit soll in den Herbstmonaten die chronische Zeitnot für das Verarbeiten des Fangs gelindert werden. Die etwa 14‘000 Angelfischerinnen und Angelfischer erzielten Fänge von insgesamt 53 Tonnen. Sorge bereitet der nach wie vor anwachsende Kormoranbestand.
Die diesjährige Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei fand unter dem Vorsitz der Schweiz am 23. Juni 2010 in Rorschacherberg statt. Auf der Konferenz wurde gegenüber dem Vorjahr über gleichbleibende Fangerträge der Berufsfischerei am Bodensee-Obersee im Jahr 2009 berichtet. Der Gesamtfang der Berufsfischerei entsprach mit rund 727 Tonnen dem Ergebnis des Vorjahres. Der Anteil der Felchen am Gesamtfang der Berufsfischerei lag bei 79 Prozent und betrug 576 Tonnen. Zweitwichtigste Fischart war der Barsch; davon wurden 70 Tonnen gefangen, das sind 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Weissfische trugen mit 31 Tonnen (4,2 %) zum Gesamtertrag bei. Bei den selteneren Arten stieg der Fanganteil der Seeforellen (9,4 Tonnen) gegenüber dem Vorjahr weiter an und lag deutlich über dem zehnjährigen Mittel. Die Seeforelle war vor 30 Jahren noch eine gefährdete Fischart im Bodensee. Sie erreichte durch die Bemühungen der IBKF mittlerweile wieder ein gesichertes Bestandsniveau. Auch der Seesaiblingsbestand entwickelte sich erfreulich: der Ertrag 2009 lag mit 10 Tonnen deutlich über dem zehnjährigen Mittel.
Angelfischerei
Die Angelfischerei erreichte im Jahr 2009 mit rund 53 Tonnen ein etwas geringeres Fangergebnis als im Vorjahr. Der Gesamtfang lag 6 Tonnen unter dem Ergebnis des Vorjahres und 16,4 Tonnen unter dem Zehnjahresmittel. Der Gesamtfang setzte sich vorwiegend aus Felchen (30 %), Barschen (19 %), Brachsmen, Schleien und übrigen Weissfischen (12 %), Karpfen (10 %) und Hecht (10 %) zusammen. Am Bodensee-Obersee wurden 2009 rund 14‘000 Angelkarten ausgegeben.
Mit der morgendlichen Netzfischerei durfte bisher eine Stunde vor Sonnenaufgang begonnen werden. Dies führte jeweils im Herbst zu knappen Zeiten für die Verarbeitung des Fangs, der bis zur Mittagszeit bei der Kundschaft sein muss. Um diesen zeitlichen Engpass zu entlasten, haben die Bevollmächtigten beschlossen, den Zeitpunkt für den Befischungsbeginn im Herbst auf 1 Stunde und 20 Minuten vor Sonnenaufgang auszuweiten. Einer weiteren Ausdehnung der Fischerei in die Nachtzeit hinein konnten die Bevollmächtigten aus Gründen der Fischereiaufsicht nicht zustimmen.
Die Bevollmächtigten hatten bereits im Jahr 2008 beschlossen, ein grösseres Seeforellen-Untersuchungsprogramm auf den Weg zu bringen. Dieses grenzüberschreitende Interreg-Projekt konnte in der Zwischenzeit finanziert und gestartet werden. Die Seeforellen in den Flüssen Goldach/CH, Bregenzerach/VA, Argen/BW und Leiblach/BY werden ab diesem Herbst vertieft untersucht. In diesen Gewässern sollen insbesondere Wissenslücken zur Wanderung und Fortpflanzung der Seeforelle geschlossen sowie konkrete Vorschläge zur Revitalisierung von Laichhabitaten und Jungfischlebensräumen erarbeitet werden.
Die Bevollmächtigten appellieren erneut an die Anliegerstaaten, Massnahmen durchzuführen, die zu einer Regulierung des Kormoranbestandes zugunsten der Fischökologie und Fischerei führen. Kormorane entnehmen dem Bodensee derzeit jährlich etwa 200 Tonnen Fisch, überwiegend aus den Flachwassergebieten.
Weitere aktuelle Informationen über die Bodenseefischerei sind auf der IBKF-Homepage (www.IBKF.org) zu finden.
Die Fangerträge der thurgauischen Berufs- und Angelfischerei 2009 am Bodensee-Obersee
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