Weinfelden – Die hohe Lebensqualität ist der herausragende Standortfaktor im Kanton Thurgau. Dies ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau unter ihren Mitgliedfirmen. Von den rund 630 Mitgliedunternehmen haben 50 geantwortet. - Industrie- und Handelskammer Thurgau
In einer Gesamtbeurteilung zeigten sich 28 Prozent der Betriebe mit dem Standort Thurgau «sehr zufrieden» und 62 Prozent «eher zufrieden». Zehn Prozent der Unternehmen waren dagegen entweder «eher unzufrieden» oder «sehr unzufrieden». Als positive Faktoren wurden die kurzen Wege, eine positive und unterstützende Verwaltung, die Grenznähe und die hohe Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden genannt. Bei den negativen Aspekten überwog die mangelhafte Verkehrserschliessung der Regionen Mittel- und Oberthurgau auf der Strasse.
Stärke des Kantons Auf die Frage «Wie zufrieden ist Ihr Unternehmen mit den einzelnen Standortfaktoren?» erhielt die Lebensqualität die mit Abstand beste Beurteilung. «Für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Kanton Thurgau hat die Lebensqualität eine hohe Bedeutung. Es handelt sich um eine Stärke, die vermehrt nach aussen dargestellt werden sollte», sagt Daniel Hauri, Vorstandsmitglied der Kammer und Vorsitzender der IHK-Kompetenzgruppe für Wirtschaftspolitik. Mehrheitlich gute Noten erhielten weiter der Bildungsbereich und die Energieversorgung. Zurückhaltender wurden die Steuern und die Infrastruktur beurteilt. Verbesserungsbedarf sehen die antwortenden Betriebe bei der Steuerbelastung der natürlichen Personen sowie bei der Verfügbarkeit von Fach- und Kaderkräften.
Gute Rahmenbedingungen
Überwiegend positiv stehen die bereits ansässigen Firmen der Ansiedlung neuer Unternehmen im Kanton gegenüber. Mehr als 80 Prozent bezeichneten dies als «wichtig». Die Mehrheit befürwortete auch, dass der Kanton aktiv Betriebe ansiedelt. «Die Ansiedlung von neuen Unternehmen zwingt den Kanton, jederzeit über konkurrenzfähige Rahmenbedingungen zu verfügen», lautete eine Begründung. Als weitere positive Aspekte wurden die Förderung der Wirtschaftskraft und die Reduktion der Pendlerströme hervorgehoben. Neuansiedlungen sollen jedoch nicht bevorzugt behandelt werden. Die bereits im Kanton ansässigen Firmen erwarten ihrerseits günstige Rahmenbedingungen sowie Wohlwollen und Respekt. Ein aktiver Kontakt des Kantons mit der Wirtschaft wird geschätzt.
Wofür soll sich die Industrie- und Handelskammer einsetzen? Nach Ansicht der antwortenden Firmen stehen neben einer besseren Verkehrserschliessung auf der Strasse eine tiefe Staatsquote, tiefe Steuern und tiefe Gebühren sowie der Bürokratieabbau im Vordergrund. Ebenfalls soll sich die Kammer für eine gute Bildung stark machen. Schliesslich wünschen sich die Firmen Erleichterungen im Grenzverkehr und bei den Exportformalitäten. Die Umfrage wurde im Frühjahr 2011 durchgeführt.
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