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Fr. 30. Juli 2010 - 09:15 Uhr
Keine Panik am Fantastical

Kreuzlingen – Massenveranstaltungen benötigen aufwendige Sicherheitsvorkehrungen. Die Verantwortlichen des Fantasticals sind vorbereitet und bauen auf ein bewährtes Sicherheitskonzept. - Josua Niederastroth

Auch dieses Jahr werden sich wieder tausende Besucher das Feuerwerk ansehen. Auf unerwartete Vorkommnisse ist man bestmöglich vorbereitet.	(Bild: cp)
 
Auch dieses Jahr werden sich wieder tausende Besucher das Feuerwerk ansehen. Auf unerwartete Vorkommnisse ist man bestmöglich vorbereitet. (Bild: cp)

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Ein Stand brennt inmitten einer grossen Menschenmenge, droht zusammenzubrechen und brennende Teile in Richtung Besucher zu schleudern. Kinder rennen wild durcheinander und schreien nach ihren Eltern – Angst übernimmt die Oberhand.
«Selbst in einem solchen Fall glaube ich nicht, dass eine Massenpanik ausbrechen würde – das Gelände ist viel zu gross und es gibt genügend Platz für Ausweichmöglichkeiten», beruhigt OK-Präsident Markus Baiker. «Wir haben auf der einen Seite den Seeburgpark, der sehr viel Platz für fliehende Menschen bietet, auf der anderen Seite breite Wege Richtung Klein Venedig und Hafenbahnhof.» Auch die Unterführung vom Hafenbahnhof zum See wird für Autos gesperrt, also für Fussgänger frei sein.

Worst Case
Das wäre allerdings ein «Worst Case-Szenario». Erwartet werden von den Kreuzlingern auf das Wochenende verteilt rund 80000 Menschen. Bei gutem Wetter sind am Tag des Feuerwerks jedoch nur maximal 40000 Menschen auf einmal auf dem Gelände, so Thomas Gut, Mitglied des OK. «Über den genauen Plan bei einer Panik dürfen wir keine Auskunft geben, es werden aber zahlreiche Helfer und Sicherheitskräfte anwesend sein», so Gut. Wie in den vergangenen zwei Jahren ist die Polizei mit ihrer mobile Einsatzzentrale vor Ort. Zehn Ärzte werden sich um die Verletzten kümmern. «Bis jetzt hatten wir allerdings noch bei keinem Fantastical schwere Zwischenfälle, wir sind personell gut vorbereitet», versichert Thomas Gut.

Unwetter als Gefahr
Auch auf Konstanzer Seite ist man auf ein solches Unglück vorbereitet. Als Beispiele nennt Alfred Reichle, der stellvertretende Revierleiter der Polizeidirektion Konstanz, ein extremes Gewitter, Starkregen oder unerwartete Zwischenfälle wie eine explodierende Gasflasche, die die Menschen in Massen in die Flucht treiben könnten. «Wir haben auch hier mehrere Zu- und Ausgänge. Die einzige Stelle, an der es zu Stauungen kommen kann, ist der Bahnübergang Richtung Konzil, wenn ein Zug durchfährt.» Doch auch hier könne man bei einem Notfall den Zugverkehr stoppen und die Schranken geöffnet lassen. Auf deutscher Seite werden rund 100 Einsatzkräfte die Lage überwachen und für Ordnung sorgen.
Trotzdem nehmen die Verantwortlichen beider Seiten die Vorkommnisse vom vergangenen Wochenende nicht auf die leichte Schulter: Auf der Loveparade in Duisburg starben bei einer Massenpanik 21 Menschen. Sowohl die Kreuzlinger als auch die Konstanzer werden in den kommenden Tagen eine Sondersitzung mit den Verantwortlichen und Sicherheitskräften einberufen, um mögliche Sicherheitslücken zu entdecken und zu schliessen.
«Wir denken über eine Beschilderung der Fluchtmöglichkeiten nach, um noch mehr Sicherheit zu schaffen», so Markus Baiker. Grosse Veränderungen am Sicherheitskonzept werden allerdings nicht erwartet, da es sich in der Vergangenheit bewährt hat, finden die Verantwortlichen.   

 
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