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Mi. 2. November 2011 - 08:02 Uhr
Nicole Baumann erhält Thurgau–Preis der IHK Thurgau

Kreuzlingen – Zukunftsweisende Studiengänge, beeindruckende Erweiterungen und Studierende, die hervorragende Leistungen erbrachten: Hochschulangehörige und Gäste – darunter Minister Peter Friedrich - blickten bei der Akademischen Jahrfeier der Hochschule Wirtschaft Technik und Gestaltung in Konstanz zurück wie auch in die Zukunft. - Anja Wischer

Der Thurgau-Preis ging dieses Jahr an Nicole Baumann aus Triboltingen. (Bild: zvg)
 
Der Thurgau-Preis ging dieses Jahr an Nicole Baumann aus Triboltingen. (Bild: zvg)

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Den Thurgaupreis – ein Preis, den die IHK Thurgau seit 1996 jährlich an den besten Schweizer HTWG-Absolventen aus dem Thurgau verleiht – erhielt Nicole Baumann. Aufgewachsen in Triboltingen hatte sie zunächst an der Universität Konstanz ein Bachelor-Studium mit Schwerpunkten im Bereich «Informatik der Systeme» und «Angewandte Informatik» absolviert. Nach einem Praxisjahr schloss sie das Master-Studium an der HTWG an, an der auch schon ihr Vater studiert hatte. Für die Auswahl des Studienorts waren für sie die Heimatnähe wie auch die Qualität der Konstanzer Hochschulen ausschlaggebend. An der HTWG verfasste sie in ihrer Masterarbeit ein «Kursmodul zum Verständnis sicherer Webanwendungen», das heißt, sie hat sich mit verschiedenen Bedrohungen auseinander gesetzt, denen User in Webanwendungen ausgesetzt sind und ein Modell entwickelt, wie Studierende im Praktikum Auswirkungen von Schwachstellen erfahren können. Laudator Prof. Jürgen Neuschwander, Dekan der Fakultät Informatik, hob ihren Elan und ihren breiten Überblick über ihr Themengebiet hervor und bescheinigte ihr zudem manche positive Charaktereigenschaft, die Thurgauern nachgesagt werden: Freundlichkeit, Verlässlichkeit und Arbeitsamtkeit. Nicole Baumann erzählte, dass sie in der Schweiz gelegentlich gefragt worden sei, weshalb sie in Konstanz studiere. Für sie sei nach ihren Erfahrungen klar, dass die Frage falsch gestellt werde. Vielmehr sollten sich andere fragen, weshalb sie nicht in Konstanz studierten.

4279 Studierende zählt die Hochschule Konstanz im Wintersemester 2011/12 – mehr als je zuvor. Eine Rekordzahl jagte beim Jahresrückblick von HTWG-Präsident Dr. Kai Handel die andere: Mehr als 6000 Bewerbungen sind im vergangenen Sommer auf dem Campus am Seerhein eingegangen. «Die Hochschule wächst kontinuierlich weiter – an Studierenden, an Mitarbeitern und auch am Fächerspektrum», sagte der Präsident. Die Hochschule werde weiterhin ihr Angebot am gesellschaftlichen Bedarf orientieren, kündigte er an. So sollen im nächsten Jahr die neuen Studiengänge Gesundheitsinformatik sowie Umwelttechnik und Ressourcenmanagement an den Start gehen. Die HTWG werde ihre internationalen Ausrichtung weiter ausbauen. Schon jetzt hätten 53 Prozent der Absolventen während ihres Studiums einen längeren Aufenthalt im Ausland absolviert – sei es während eines Praxissemesters oder während eines Studienaufenthaltes an einer der Partnerhochschulen der HTWG.

Desweiteren führte der Präsident Höhepunkte wie die wiederholte Auszeichnung der Bibliothek als «Beste Hochschulbibliothek» im Bix-Ranking sowie die führende Rolle der Hochschule in der Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung an. Ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Hochschule sei auch die weitere Integration von Doktorandinnen und Doktoranden. «Es war ein erfolgreiches Jahr», resümierte Dr. Kai Handel.
Peter Friedrich, Landesminister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, würdigte die Entwicklung der Hochschule: «Die HTWG verbindet in exzellenter Weise nicht nur große Praxisnähe und akademische Ausbildung, sondern sie ist auch eng am Puls der Zeit. In der baden-württembergischen Hochschullandschaft zeichnet sie sich durch ihre hohe Internationalität sowie die enge Vernetzung mit der Wirtschaft aus.» Er hob hervor, dass der Ausbau der Hochschulplätze für die Landesregierung Priorität habe und deshalb das Ausbauprogramm «Hochschule 2012» aufgestockt werde.

Dem Minister zufolge müssten die zusätzlich geschaffenen Studienplätze aber auch für jede und jeden zugänglich sein, so dass der Abschaffung der Studiengebühren bis zum Sommersemester 2012 eine besondere Bedeutung zukomme. Durch den finanziellen Ausgleich aus Mitteln des Landeshaushalts gehe dies allerdings nicht zu Lasten der Universitäten.

Wie können Unternehmen hervorragend ausgebildete Berufsanfänger und Hochschulabsolventen gewinnen und halten? Welche Anforderungen werden schon jetzt und zukünftig an Führungskräfte gestellt? Thomas Sigi, Vorsitzender des Hochschulrates der HTWG und Personalvorstand der Audi AG, beleuchtete in seinem Festvortrag die sogenannte «Generation Y», die nun mit hohen Erwartungen an ihre Arbeitgeber vor den Werkstoren stehe. Einerseits sei sie global orientiert und über soziale Medien wie Facebook oder Twitter außerordentlich gut vernetzt. Andererseits spiele für sie persönliche Entfaltung und Individualität eine große Rolle. Auch Familie und Freizeit hätten einen hohen Stellenwert. «Sie erwartet von ihrem Arbeitgeber herausfordernde Aufgaben bei möglichst individuell gestalteten Entwicklungsmöglichkeiten», weiß der Personalvorstand. Belohnt werde diese Haltung mit einer ausgeprägten Leistungsorientierung und hoher fachlicher Qualifikation. «Ein solches Profil stellt besondere Anforderungen an das Führungsverhalten», betonte Sigi. Dazu gehöre zum Beispiel die Erwartung der «Ypsiloner» an Führungskräfte, stärker in die Rolle eines Coaches zu gehen und auch möglichst oft Feedback zu geben. Umgekehrt werden Führungskräfte mit mehr Feedback durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rechnen müssen, blickte der Personalvorstand voraus. «Die Generation Y fordert nicht nur Rückmeldung ein. Sie gibt sie auch – und das durchaus selbstbewusst», so Sigi. Aus Unternehmenssicht müsse der hohen Werteorientierung der Generation Y Rechnung getragen werden. Zunehmend an Bedeutung gewinnen laut Thomas Sigi hier soziale Verantwortung des Unternehmens und nachhaltiges Handeln.  Ihre Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber fällten die Ypsiloner nicht zuletzt aufgrund dieser Kriterien. „Es ist richtig, die eigene Unternehmenskultur rechtzeitig daran auszurichten. Uns bei Audi beispielsweise sind diese Themen so wichtig, dass wir sie zum zentralen Bestandteil unserer Unternehmensstrategie gemacht haben“, sagte der Personalvorstand.

 
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