In der Seeburg ging am Mittwoch die Jahresversammlung der CVP über die Bühne. Gemeinderat Ernst Zülle wurde dabei einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Der CVP-Stadtratskandidat bleibt Michael Dörflinger.
Fraktionspräsident Christian Lohr rekapitulierte in seinem Jahresbericht die wichtigsten Punkte der CVP-Politik, etwa den öffentliche Verkehr. «Eine kritische Haltung kann nicht schaden, damit alles optimal läuft.» Ein weiterer Punkt ist die Land- und Baupolitik der Stadt. «Gut und vernünftig soll sie sein», so Lohr.
Zum Thema Sport- und Freizeitanlagen stimmte Lohr positiv. Die Bodensee-Arena läuft gut, das Hörnli könnte auch bald sorgenfrei sein. Zum Freizeitbad Egelsee sehe er aber noch «einige offene Fragen». Generell sei die CVP aber offen gegenüber gesundheitsfördernden Projekten. Zuletzt ging Lohr auf die finanzielle Lage Kreuzlingens ein. Nach dem guten Abschluss müsse «der Steuerfuss bald mal angeschaut werden», so Lohr.
Vom Vize- zum Präsidenten
Nach jahrelanger Tätigkeit als Vize-Präsident der Ortspartei, stellte sich Ernst Zülle zur Wahl als Präsident. Franz Flammer hatte bereits zu Antritt seiner Präsidentschaft bekundet, er wolle das Amt nur befristet übernehmen. Zülle ist 50 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und arbeitet als Zentralsekretär bei der Syna. Zülle bezeichnete sich selbst als sozial denkenden Menschen, Vertreter der freien Martwirtschaft und beheimatet im linken Flügel der Partei. «Ich habe eine klare Linie und bin dadurch manchmal unbequem», so Zülle. Die Parteimitglieder gaben ihm einstimmig ihren Segen.
Bei Vorstand und Delgierten ergaben sich sonst keine Veränderungen. Christian Lohr stellte dem scheidenden Präsidenten in einer kurzen Laudatio ein gutes Zeugnis aus. «Franz Flammer hat die Ortspartei sehr gut geführt, sich als guter Organisator bewiesen und kollegialen Einsatz gezeigt.» Abschliessend plädierte er dafür, Michael Dörflinger weiterhin als Stadtratskandidaten zu unterstützen. «Er kann es, er will es, also soll er es dürfen», forderte Lohr. Die Entscheidung für Dörflinger war einstimmig.
Bebauung Ribi-Brunegg
In einer anschliessenden Vortragsrunde ging es um das Thema Bebauung zwischen den Schlössern. Dazu gab Michael Dörflinger einen historischen Überblick. Auch über die bisher anvisierten Lösungen gab er Auskunft. «Es wurden zahlreiche Kontakte hergestellt und Optionen geprüft. Von Kauf oder Teilkauf über freiwilligen Verzicht auf Bebauung bis zu Rückzonung – Es wurde viel versucht und verworfen.»
Der ehemalige Gestaltungsplan (GP) hatte eine maximale Grundfläche von 6520 m2 vorgesehen. Im GP 2009 soll diese auf 5200 m2 reduziert werden. Dem will das zuständige Architekturbüro Consoni Rechnung tragen, wie Denise Härtel in ihrem Vortrag darstellte. Höherer Abstand zu den Schlössern, gegebene Durchblicke und eine Gebäudehöhe (Dachhöhe maximal 12,3 m) unter dem Regelwert (13 m) stehen von dieser Seite als Vorschlag im Raum. Angedacht sind diesbezüglich drei Einzelbauten.
Girsberg-Besitzer Kurt Andres-Schmid geht das nicht weit genug. Als «Bauwahnsinn» bezeichnet er das Vorhaben. Er fordert ein Gutachten nach dem Natur und Heimatschutzgesetz, das Klarheit bringen könnte. «Wieviel kann denn ein etwa ein Hektar grosser Grund wert sein?», fragt Schmid. Der Preis war innert kurzer Zeit von rund vier auf über sechs Millionen Franken gestiegen.
«Es handelt sich hier um schützenswertes Kulturgut», mahnt er. «Stellen sich sich doch mal 14 Meter hohe Bauten hier vor der Seeburg vor oder am Arenenberg...» So emotional sein Vortrag auch war, baute er doch eine Brücke zu Denise Härtel. «Ihr Projekt ist sicher gut und grün – aber am falschen Ort.»
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