Kreuzlingen/Region – Ein ereignisreiches Jahr liegt bald hinter uns. Im Rückblick widmen wir uns noch einmal den Themen der vergangenen zwölf Monate. Lesen Sie, was Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger im 2011 beschäftigte - klz
Kurz und Knapp: Der «Taximörder» steht vor Gericht. Die «Nachtwanderer» beginnen sich auch in Kreuzlingen zu formieren. Daneben beherrscht der Wahlkampf zu den Gemeinderats- und Stadtratswahlen die Schlagzeilen.
Für die KreuzlingerZeitung begann das neue Jahr mit einer tief greifenden Änderung: Die Dienstagsausgabe wurde eingestellt. Dagegen regte sich nach und nach Protest. Vielen Leserinnen und Lesern wurde der Verlust, so scheint es, erst mit der Zeit richtig bewusst. Zahlreiche Mails und Anrufe erreichten die Redaktion und verkündeten den Unmut der Leserschaft. Wir schufen Transparenz und starteten eine Unterschriftensammlung in eigener Sache: «Hätten Sie gerne die Dienstagsausgabe zurück?» Unterschrieben wurde der Aufruf nur von wenigen Lesern.
Kein erhobener Zeigefinger
Das erfolgreiche Projekt «Nachtwanderer», welches in Konstanz bereits seit 2010 läuft, wurde mit Unterstützung der Stadt initiiert. Es gibt einige Orte in Kreuzlingen an die sich Erwachsene nachts nicht gerne begeben. Gruppen von Jugendlichen versammeln sich dort, trinken und lärmen. Viele Bürger sehen dies als Bedrohung. Einzig die Nachtwanderer haben keine Scheu, solche Orte aufzusuchen und die Gruppen dort anzusprechen. Man wolle auf Dialog, auf Kennenlernen setzen, denn Anonymität begünstige, dass sich Leute daneben benehmen, sagte Ruedi Wolfender, Leiter des Departements Freizeit und einer der Verantwortlichen, über die Ziele des Unterfangens. Er erhoffe sich aus den Gesprächen mit den Jugendgruppen aber auch Inputs für die Jugendarbeit der Stadt.
Andrej W. tötete eine Taxifahrerin, verletzte eine zweite lebensgefährlich und vergewaltigte die wie leblos daliegende Frau brutal.
Die «Bestie vom Bodensee»
Am 11. Januar begann die Verhandlung gegen den von den Medien als «Taximörder» betitelten 28-jährigen Andrej W. vor dem Konstanzer Landgericht. Der Andrang von Medien und Besuchern war riesig. Der aus Russland stammende Angeklagte nahm den Prozessauftakt regungslos und stumm zur Kenntnis. Sein Gesicht bedeckte er mit einer Sturmhaube. In einer Verhandlungspause wurde er von einem Zuschauer angespuckt.
Februar – Kreuzlingen wählt Kern
Kurz und Knapp:Barbara Kern wird neue Stadträtin. Der «Taximörder» erhält eine lebenslängliche Haftstrafe in der Psychiatrie. Die Galerie Rebhüüsli, jahrelang Treffpunkt für Kunstschaffende, schliesst aus finanziellen Gründen.
Mit dem zweitbesten Ergebnis (1605 Stimmen) wurde Barbara Kern (SP) als Nachfolgerin von Renato Canal (SP) in den Kreuzlinger Stadtrat gewählt. FDP-Kandidat Markus Willi musste sich trotz engagiertem Wahlkampf mit 1562 Stimmen knapp geschlagen geben, zeigte sich aber als fairer Verlierer. Nach Bekanntgabe dankte Barbara Kern ihrem Wahlkampfteam und allen, «die jeden Samstag mit mir auf der Strasse froren. Das ist ganz wichtig, dass ich von der Partei so gut unterstützt und getragen wurde».
Neu im Stadtrat: Barbara Kern.
Immer mehr grausige Details
Der Prozess gegen Andrej W. wurde im Februar weitergeführt. Das Publikum reagierte mit Entrüstung und Schaudern, als der Gutachter, welcher mit dem Angeklagten insgesamt über 40 Stunden lang sprach, als Zeuge aussagt. Seine Gedankengänge wirken bizarr: Der psychisch Gestörte habe sich offenbar während der Tat eingeredet, der Teufel zu sein. «Ich wollte mit einer toten Frau Sex haben. Das Blut und das Ganze erschienen mir romantisch», zitierte Hans-Eugen Bisson den Angeklagten aus seinem Gutachten. Nach neun Verhandlungstagen fiel das Urteil: lebenslange Unterbringung in einer Psychiatrischen Anstalt. Die Nebenanklage bedauerte, dass keine zusätzliche Sicherungsverwahrung verhängt wurde. Mit seinen letzten Worten schockierte Andrej W. nochmals alle Anwesenden: «Ich denke, ich bin nicht schuldig.»
Galerie Rebhüüsli schliesst
Kunstschaffende der Region mussten im Februar wehmütig die Schliessung der Galerie Rebhüüsli zur Kenntnis nehmen. Neben dem Theater an der Grenze gelegen, war die Galerie Treffpunkt und Podium zugleich. Hier trafen sich Gleichgesinnte; etablierte Künstler aber auch Newcomer stellten aus. Heute leitet Rolf Neuweiler die «Alte Schmiede» in Büsingen. Infos zu Ausstellungen unter www.alte-schmiede-buesingen.eu
März – Schwache Wahlbeteiligung
Kurz und Knapp:Die Stimmbeteiligung an der Wahl zum Kreuzlinger Gemeinderat ist mit lediglich 28,5 Prozent bemerkenswert gering. Über 50 Prozent der Kreuzlinger sind Nicht-Schweizer. Etappe 1 in der Schlösserinitiative: Das Kreditbegehren über 5,35 Mio. Franken kommt vor das Volk.
Gerade mal 28,5 Prozent der knapp 8300 Stimmberechtigten zog es an die Urne. Auffallend war dabei die hohe Zahl an ungültigen Stimmzetteln. Ob der schwachen Wahlbeteiligung diskutierte man Sinn und Unsinn der Strasseninformation: Die gemeinsamen Standaktionen der Parteien etwa wurden in der Bevölkerung ambivalent wahrgenommen. Bemängelt wurde unter anderem, dass für den Besucher kaum ersichtlich war, mit welcher Fraktion er denn nun kommuniziert. Verlierer der Wahl waren SVP und die Freie Liste, die jeweils einen Sitz abgeben mussten. Gewinner waren FDP und JUSO, welche beide jeweils einen Sitz hinzugewannen. Der Kreuzlinger Gemeinderat setzt sich seitdem für die laufende Legislaturperiode wie folgt zusammen: SVP (10 Sitze), SP/GEW (8), FDP (7), CVP (6), Freie Liste (4), EVP (3), JUSO (1) und Rägabogä (1).
Drei Areale in Kreuzlingen sollen nach dem Willen der Exekutive eine qualitativ hochwertige Überbauung bekommen: Wolfacker «Ost» (siehe Bild), EKT Areal Bernrain und Bellevue. Zusammen mit namhaften Architekten und der Stadtbildkommission wurden die Siegerprojekte ermittelt und konnten ab 1. April im Klausenraum bei der Bauverwaltung begutachtet werden.
50-Prozent-Marke geknackt
Seit Anfang des letzten Jahrhunderts hatte es das nicht mehr gegeben: In Kreuzlingen leben seit Ende Februar wieder mehr Ausländer (9751) als Schweizer (9738). Das Miteinander funktioniere jedoch ohne nennenswerte Reibereien – was nicht selbstverständlich sei, so die offizielle Mitteilung des Stadtrats. «Die Kreuzlinger/-innen sind offen und tolerant. Wer als Zugezogener Anschluss sucht und sich integriert, wird gut aufgenommen.»
Das Ergebnis der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres lautete: Das Kreditbegehren zum Kauf der Schlösserlandschaft durch die Stadt über 5,35 Millionen Franken soll vor das Volk kommen. Laut Stadtrat sei die billigste Variante der Kauf der entsprechenden Parzellen für eben jene 5,35 Millionen Franken sowie die anschliessende Aus- zonung des Areals.
Volk soll abstimmen
In der Märzsitzung des Gemeinderates wurde die Botschaft des Stadtrates grossmehrheitlich abgelehnt. Dennoch war man sich einig, dass die abgelehnte Botschaft dem Stimmvolk vorgelegt werden sollte. Es kam also zur paradoxen Situation, dass dem Volk ein Kreditbegehren vom Gemeinderat zur Ablehnung empfohlen wurde, vom Stadtrat aber zur Annahme. Wie die Merhheit der Bürger letzlich zum Kasus «Schlösserlandschaften» stand, sollte sich im Mai entscheiden.
April – Ökostrom-Nachfrage steigt
Kurz und Knapp:Seit dem Atomunglück im japanischen Fukushima gewinnt das Thema Ökostrom auch hierzulande an Bedeutung. Das Restaurant Schloss Seeburg hat nach dreimonatiger Pause wieder geöffnet. Das Schwimmbad Hörnli startet runderneuert in die Badesaison. Bei der Sportler-Gala im Dreispitz werden die Spitzensportler der Stadt geehrt.
Eine weitere Neuerung steht der KreuzlingerZeitung ab April in’s Haus: Von nun an erscheint je einmal monatlich eine Nachrichtenseite der Gemeinden Altnau, Bottighofen, Ermatingen und Münsterlingen. Seit dem GAU in Fukushima steigt auch in Kreuzlingen indes die Nachfrage nach Ökostromprodukten. Noch ist Ökostrom jedoch teurer als jener aus fossilen Energien, was vor allem an den höheren Herstellungskosten und am noch begrenzten Potenzial regenerativer Stromerzeugung liegt.
Ein schöner Ort
Stadträtin Dorena Ragganbass und Liegenschaftsverwalter Peter Bergsteiner übergaben den neuen Besitzern des Restaurant Schloss Seeburg zur Wiedereröffnung symbolisch einen Schlüssel. Im Kreuzlinger Park ist die Seeburg ein Blickfang. Doch auch die Räumlichkeiten, die sie beherbergt haben Charme und bieten Platz für besondere Anlässe. Zum Programm des See-Burgtheaters, welches nach einem Abstecher in’s Maisfeld und dank einer Sondergenehmigung 2011 wieder auf die Seebühne zurückkehrt, soll ein spezielles Drei-Gänge-Menü angeboten werden.
Die glücklichen Gewinner der Sportlergala 2011.
Ausgezeichnete Sportler
Die nominierten Sportler der Sportlergala 2011 hatten allesamt im vergangenen Jahr eine reife Leistung erbracht. Nachdem die Kreuzlinger für ihre Favoriten seit Januar via Internet abstimmen konnten, wurden die Sieger im Dreispitz geehrt. Den Titel «Sportler des Jahres» erhielt Daniel Wittwer von der Leichtathletik-Riege Tägerwilen. In der Kategorie «Mannschaft des Jahres» gewannen Diana Jermann und Nadine Kügerl von der Gymnastik-Gruppe der Stadt. «Rookie of the year» wurde der talentierte Karateka Kevin Kabashi und die Leichtathletik-Riege (LAR) Tägerwilen wurde zum «Lieblingsverein des Jahres» gekürt. «Schulsportler des Jahres» wurden Nathalie Häberlin und Kujtim Kastrati.
Neues Team, bewährte Führung
Ende des Monats eröffnete das Schwimmbad Hörnli die Saison. Neu gemacht wurden zuvor nicht nur die sanitären Anlagen (inkl. Behinderten-WC), das Bad bekam zudem drei neue Tischtennisplatten, einen Behindertenlift und vier moderne Notrufsäulen. Auch sorgt ein weiteres Sonnensegel über dem Schlammplatz seitdem für mehr Schatten für die planschenden Kinder.
Mai – Der Boulevard wird eröffnet
Kurz und Knapp:Mit einer grossen Feier wird der neue Boulevard eingeweiht. Die GEWA Kreuzlingen-Konstanz öffnet zum fünften Mal ihre Tore und die Sternwarte Kreuzlingen erhält ein neues Teleskop. Zudem wird Stadtrat David Blatter einstimmig zum neuen Vizestadtammann gewählt. Der Kauf der Schlosswiese wurde vom Volk eindeutig abgelehnt.
Mit dem Bau des neuen Boulevards wurde in Kreuzlingen ein eindrücklicher Schlusspunkt für die Entwicklung und Steigerung der Attraktivität des Zentrums gesetzt. Im Mai 2009 sind die 3,85 Millionen Franken für den Bau genehmigt worden; am 27. und 28. Mai feierten schliesslich rund 600 Besucher die grosse Eröffnung und genossen das vielseitige Unterhaltungsprogramm. Nach der Feier trat auf dem Boulevard direkt das neue Verkehrsregime in Kraft: Fussgänger geniessen gegenüber dem Fahrzeug- und Veloverkehr das Vortrittsrecht.
Nach der Eröffnung des Boulevards trat das neues Verkehrsregime in Kraft.
GEWA: Erlebnisreiche Tage
Am 12. Mai fand bereits zum fünften Mal die GEWA Kreuzlingen-Konstanz statt. Feierlich eröffneten Stadtammann Andreas Netzle, der Konstanzer Bürgermeister Kurt Werner sowie Messeleiter Markus Baiker und Hilmar Wörnle die Messe am See. Mit einem grossen Waren- und Dienstleistungsangebot, kulinarischen Köstlichkeiten, zahlreichen Spielmöglichkeiten und musikalischer Unterhaltung zog es viele Besucher auf Klein Venedig. Netzle freute sich, dass die GEWA ein so beliebter Treffpunkt geworden ist.
Neuer Blick in die Sterne
Auch die Sternwarte Kreuzlingen hatte allen Grund zur Freude: Dank den Spenden vieler Firmen und Privatpersonen konnten 250000 Franken aufgebracht und ein neues Teleskop gekauft werden. Das alte war nach 25 Betriebsjahren veraltet und nicht mehr ausreichend funktionstüchtig. Ob ein Blick auf die Oberfläche der Sonne, naher Planeten oder weit entfernter Galaxien – mit der neusten Technik ausgerüstet eröffnete das Teleskop den Besuchern neue Möglichkeiten.
Kauf der Schlosswiese abgelehnt
Mit 1850 Nein- zu 865 Ja-Stimmen lehnten die Kreuzlinger Stimmberechtigten am 15. Mai das Kreditbegehren von 5,35 Mio. Franken für den Kauf von drei Parzellen zwischen den Schlössern Brunegg und Girsberg ab. Somit blieb die Eigentümerin, die Rüllen AG, vorläufig im Besitz des Landes. Damit die Volksinitiative «gegen die Zerstörung der Schlosslandschaft zwischen Brunegg und Girsberg» trotzdem erfüllt werden kann, blieb dem Stadt- und Gemeinderat nur die Möglichkeit eines Auszonungsverfahrens. Dieses sollte schliesslich im November vor das Volk.
Neuer Vizestadtammann
Der Stadtrat wählte an seiner Klausursitzung am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. Mai, Stadtrat David Blatter (SVP) einstimmig zum neuen Vizestadtammann. Seit Juni 2007 ist er Mitglied der fünfköpfigen Exekutive und verantwortlich für das Departement Dienste. Er löste in dieser Funktion Renato Canal (SP) ab, der den Stadtrat nach zwölf Jahren auf Ende Mai verliess.
Juni – Grosse Kuh-Rettungsaktion
Kurz und Knapp:Die Wahl-Kreuzlinger Diana und Bryant Dorsch wollen eine Kuh vor dem Schlachter retten. Gemüsebauern aus Tägerwilen bekommen die Angst vor dem EHEC-Erreger zu spüren. Ab sofort fliesst Ökostrom durch Stadt- und Schulgebäude.
Die Tierliebhaber Diana und Bryant Dorsch hatten ihr Herz an eine Kuh verloren, die auf der Weide hinter ihrem Haus lebt. Sie gaben ihr den Namen «Baby», fütterten sie, sahen zu, wie sie grösser und selbst Mutter wurde. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass der Bauernhof aufgelöst und somit auch die Herde verkauft werden sollte. Ein paar Kühe wurden bereits geschlachtet. Um wenigstens «Baby» zu retten und ihr einen schönen Lebensabend auf einem Gnadenhof zu ermöglichen, boten Dorschs dem Kreuzlinger Bauern an, für die Kuh mehr als den handelsüblichen Preis zu bezahlen. Er lehnte entschlossen ab. Dorschs wandten sich daraufhin mit einem Appell an die Öffentlichkeit und lancierten einen Spendenaufruf. Denn die Zeit lief gegen «Baby» und ihr Kälbchen.
Die Kuh namens «Baby».
Die Gurkenkrise
Derweil sassen Gemüsegärtner aus Tägerwilen auf ihren Gurken. Die Angst vor dem lebensbedrohlichen EHEC-Erreger schien auch hierzulande tief zu sitzen. Und das obwohl Experten längst Entwarnung ausriefen und den Verzehr von Schweizer Gemüse als bedenkenlos einstuften. Bei Gemüsebauer Peter Schächtle lagerten aufgrund der geringen Nachfrage Anfang Juni 15000 Gurken im Kühlhaus, die eigentlich über Plattformbetriebe in die ganze Ostschweiz geliefert werden sollten. Coop meldete zu diesem Zeitpunkt einen Umsatzrückgang bei Gurken von rund 50 Prozent gegenüber Vorjahren, die Migros vergleichsweise niedrige 30 Prozent. Den Produzenten blieb erstmal nur das Hoffen auf ein baldiges Ende der Gurkenkrise.
Grüner Strom für Kreuzlingen
Nicht erst die Katastrophe von Fuku-shima hatte Stadt und Schulgemeinde dazu bewogen, auf grünen Strom umzusteigen. Auch die Ökobilanz der genutzten Liegenschaften liess sich auf diese Weise verbessern. Seit Anfang Juni floss also zertifizierter Ökostrom durch die Leitungen aller städtischen, selbstgenutzten Liegenschaften sowie die der Schulen. Während die Stadt sich für ein Ökostrom-Produkt der TBK entschied, welches ausschliesslich in Schweizer Anlagen produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen enthält («CleanSolution»), setzte die Schulgemeinde auf Wasserkraft («Axpo Naturstrom»).
Menschenmassen auf dem grenzüberschreitenden Flohmarkt.
Juli – Der 24-Stunden-Flohmarkt
Kurz und Knapp:Viele publikumsintensive Veranstaltungen finden statt. In Lengwil regt sich Widerstand gegen die Oberlandstrasse. Das See-Burgtheater premiert auf der Seebühne. Von der FDP/EVP- Gemeinderatsfraktion kommt der Vorschlag, das Empfangszentrum für Asylsuchende aus der Stadt hinaus zu verlegen.
«Wir sind der Meinung, dass ein Empfangszentrum nicht in die Stadt hinein gehört.» Mit einer öffentlichen Anfrage meldet sich die FDP/EVP-Fraktion unter Christian Brändli im Sommerloch zu Wort und forderte Antworten vom Stadtrat bezüglich der «Asylsuchenden-Thematik». Gemeinderäte seien vielfach von beunruhigten Einwohnern angesprochen worden. Von «Pöbeleien, Bespucken, Beschimpfen oder sexuellen Anzüglichkeiten» war in dem Schreiben an den Stadtrat die Rede. Der Stadtrat versprach, Möglichkeiten zu prüfen und gab zu bedenken, dass das Empfangszentrum «bis vor wenigen Monaten (als die Welle aus Nordafrika kam) kein nennenswertes Problem» gewesen sei.
Viel los in Kreuzlingen
Mit dem grenzüberschreitenden Flohmarkt, mit dem Dance- und Wellnessday in der Bodensee-Arena, dem 14. Ostschweizer Akkordeon-Musikfest und dem Mühle-Strosse-Fäschd fanden vier publikumsintensive Veranstaltungen statt. Das Wetter spielte gut mit. Einzigartig war der Besucherandrang beim Flohmarkt – ein 24-Stunden-Ereignis, das Spass bereitet, aber durchaus auch anstrengend sein kann. Unsere damalige Praktikantin und jetzige Redaktorin Kathrin Brunner machte den Selbsttest und berichtete, wie sie zusammen mit einer Freundin die Nacht und fast zwei Tage am Flohmarktstand verbrachte.
Das See-Burgtheater mit «Der Zerrissene» hatte nach der Premiere mit verregnetem Wetter zu kämpfen.
Gegen die Oberlandstrasse
Die Lengwiler Bevölkerung organisierte sich zum Widerstand gegen die Oberlandstrasse (OLS). Über 300 Unterschriften kamen binnen kurzer Zeit zusammen. Gemäss Richtplan würde die OLS nämlich quer durch Gemeindegebiet verlaufen und Nutzland zerstückeln, sodass Teile davon für eine sinnvolle Nutzung wegfallen würden.
August – Kreuzlinger Feste-Reigen
Kurz und Knapp:Der Festivitäten-Reigen geht weiter: Auch im August locken Massenveranstaltungen Publikum an. Manche hatten weniger Wetterglück als andere. Das Gewinner-Kunstwerk für den Dorfplatz Egelshofen steht fest. Schwacher Euro und starker Franken machen Konstanz zum attraktiven Shopping-Ziel.
Die Jury des Wettbewerbs «Die Entdeckung des Stadtraumes» wählte die Künstlerin Doris Naef aus Weinfelden zur Gewinnerin. Mit ihrem Projekt «Astrokartographie als Kunst im öffentlichen Raum» setzte sie sich gegen 31 Teilnehmer/-innen durch. Ihre in den Boden eingelassene Metallkonstruktion könnte bald den Dorfplatz der Egelshofener verschönern.
So sehen Meister aus: Im Juli gewannen die Kreuzlinger Wasserballer vom SCK die Meisterschaft. Im August luden sie zur Feier ein.
Fantastical by Spar
Der Grossevent am Seeufer wurde dieses Jahr mit sonnigem Wetter beschenkt. Deshalb strömten am Samstag, 13. August, rund 50000 Menschen auf das Festgelände. Die Organisatoren freute, dass es während des gesamten Wochenendes zu keinen nennenswerten Zwischenfällen kam.
Löwenstrassenfest
Vor dem Löwenstrassenfest sorgte ein Gewitter für Unruhe. Glücklicherweise war der Regen von kurzer Dauer und das Fest nahm seinen Lauf. In der «wichtigsten Nebenstrasse der Welt», wie sie die Einheimischen nennen, zeigten die lokalen Vereine ihr Können. Bis in die späten Stunden feierten die Gäste des 20. Löwenstrassenfestes.
Jazzmeile
Während vier Tagen schallte Jazzmusik unterschiedlicher Stilrichtung Ende August aus den Festzelten am Boulevard. Die Besucher liessen sich trotz des durchzogenen Wetters die Laune nicht verderben. Stattdessen rückte man näher zusammen und lauschte den groovigen Tönen.
Helene Eisenhut erhält den Prix Kreuzlingen.
Hafenfest
Das lang geplante Hafenfest versprach mit dem grossen Angebot an Wassersportarten ein voller Erfolg zu werden. Leider spielte das Wetter nicht mit. Dennoch fanden viele den Weg an den Kreuzlinger Hafen. Im Anschluss feierte die Gesellschaft in der Bleichehalle. Umrahmt wurde der Abend von der Stadtharmonie Kreuzlingen und dem Shanty Chor.
September – Schwach-Euro und e’viva
Kurz und Knapp:Eine Initiative macht Werbung für die ansässigen Detailisten, welche stark unter der Euro-Schwäche zu leiden haben. Mit der «e’viva» findet wieder eine Gewerbeausstellung in Ermatingen statt
Im Sportbereich tat sich einiges in diesem Monat: Das Schauturnen der Gymnastikgruppe Kreuzlingen fand im Kreuzlinger Dreispitz statt. Zu sehen gab es Schweizer Meisterinnen und engagierten Nachwuchs. Der Kreuzlinger Ruderer Nico Stahlberg qualifizierte sich für die Olympiade 2012 in London. Mit dem in Kreuzlingen wohnhaften deutschen Staatsbürger Tony Martin durfte ein frischgebackener Weltmeister begrüsst werden. Aber auch privat bewegten sich die Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger gerne: Jürg Schorro berichtete im September von seiner zweiten Teilnahme am Radmarathon Paris-Brest-Paris.
Der Kreuzlinger Jürg Schorro absolvierte die 1230-Kilometerstrecke des Radmarathons Paris-Brest-Paris in 76 Stunden – persönlicher Rekord.
Starker Franken
Die Kreuzlinger Detailisten jedoch hatten andere Sorgen: Sie litten (und leiden) unter dem schwachen Euro. «Man hätte meinen können, dass Herr und Frau Schweizer in den vergangenen Wochen nichts anderes zu tun gewusst hätten, als nach Konstanz shoppen zu gehen», beschrieb Peter Markstaller, Präsident des Gewerbeverbands Kreuzlingen, die Lage anfangs September. Verschiedene Rettungsmassnahmen wurden lanciert, um gegen die Kundenabwanderung vorzugehen. Mit einer Seite warben Gewerbe und Detailisten in lokalen Medien für den Einkaufsplatz Kreuzlingen. Besonders engagiert zeigte sich der Verein PIC («Poschte und und Gnüsse in Chrüzlinge»). Auf der Kreuzlinger Herbstschau präsentierten sie Rennwagen, Luxusautos, Oldtimer und erfolgreiche Neuheiten. Nicht nur Autofans liessen sich auf den Boulevard locken.
«e’viva» erfolgreich
Zwei Tage lang zeigten Gewerbetreibende, Vereine, Institutionen und öffentliche Körperschaften, was es in Ermatingen ausser einer wunderschönen Landschaft, schönen Häusern und einem attraktiven Steuerfuss noch so alles gibt. Es war beeindruckend, mit wie viel Engagement die verschiedenen Aussteller ihre Stände einem breiten Publikum präsentierten. Aber auch die Gastronomie bot den Besuchern Freuden für den Gaumen und den Magen. Abgerundet wurde die «e’viva!» mit zahlreichen Events, Vorträgen und Diskussionen, die für jede und jeden etwas Interessantes boten.
Die Thurgauer Apfelkönigin kommt aus Tägerwilen: Janine Schär.
Oktober – Die Königin-Mama aus Tägerwilen
Kurz und Knapp:Janine Schär wird zur Apfelkönigin gewählt. Die Sternwarte Kreuzlingen feiert 35-Jahr Planetarium. Der Gemeinderat entschliesst sich zu einer «Last-Minute-Investition» in die Solaranlage auf dem Dach der Tägerwiler Kompostieranlage.
Das Bezirksgericht Kreuzlingen verhandelte die Tat des «Münsterlinger Geiselnehmers». Der Angeklagte, ein 19-jähriger Nigerianer, hatte einen Säugling, sein vermeintlich eigenes Kind, in seine Gewalt gebracht. Er forderte Flugtickets und freies Geleit. Der Beschuldigte wurde der qualifizierten Geiselnahme, der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz sowie des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz für schuldig befunden. Das Gericht verhängte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren und eine Geldbusse von 200 Franken.
Helsana Trail
Mit dem Helsana Trail bietet die Sportregion Kreuzlingen der Bevölkerung seit Oktober die Möglichkeit, sich auf fünf unterschiedlichen Rundkursen sportlich zu betätigen. Das Projekt entstand aus der Zusammenarbeit der Stadt Kreuzlingen sowie den Gemeinden Kemmental und Lengwil. Die insgesamt 40000 Laufmeter der Rundkurse erstrecken sich oberhalb der Stadt über die Gebiete Kreuzlingen, Kemmental und Lengwil. Die Strecke führt über Kiesstrassen, durch Wälder und an Weihern vorbei.
Die Apfelkönigin
Ihre Kinder waren begeistert von der königlichen Mami. «Die hätten am liebsten, dass ich die Krone jeden Tag trage», sagte die Tägerwilerin Janine Schär. Natürlich waren die Familie und die besten Freunde live bei der Wahl an der WEGA in Weinfelden dabei. Spontan und vor dem Publikum musste sie hier die Jury im zweistündigen Auswahlverfahren überzeugen. Dazu gehörte ein Kurzinterview mit Mister Schweiz Luca Rauch und eine Aufgabenstellung, die an die Hobbies der drei Finalistinnen angepasst war. Schär, die dreifache Mutter, sollte Kinder auf die Bühne holen, mit ihnen singen oder ein Spiel machen. Mit «Fätzligleit» konnte sie die Kinder animieren und die Jury überzeugen.
35 Jahre Sternwarte
An der Jubiläumsfeier der Sternwarte wurde das neue, hochtechnisierte Teleskop eingeweiht. «Mit dem neuen Gerät können die bekanntesten Planeten ohne Probleme beobachtet werden», freute sich Christian Häni, Präsident der Astronomischen Vereinigung.
November – Das neue Stadt-«Xentrum»
Kurz und Knapp:Die Pläne für das «Xentrum» werden vorgestellt. Christian Lohr ist Nationalrat. Der FCK wird Herbstmeister. In Tägerwilen stirbt eine Frau, die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Die Auszonung der Schlösserwiese wird vom Volk abgelehnt.
Stadträtin Dorena Raggenbass freut sich bei der Grundsteinlegung für das neue Jugendhaus an der Seestrasse.
Die 26777 Stimmen, mit denen Brigitte Häberli (CVP) im zweiten Wahlgang zur Thurgauer Ständerätin gewählt wurde, ebneten dem Kreuzlinger Gemeinde- und Kantonsrat Christian Lohr (CVP) den Weg in den Nationalrat.
Er erhielt überwältigende Resonanz auf sein Mandat. «Es ist nicht nur eine Würdigung, sondern auch eine Herausforderung», sagte der frischgebackene Nationalrat damals. Auf die Frage nach seinem politischen Fokus äusserte sich der CVP-Politiker Lohr eindeutig: «Die soziale Komponente – Fairness, Solidarität, Gerechtigkeit – ist mir natürlich wichtig.»
Tod in Tägerwilen
Anfang November beschäftigte die Kantonspolizei Thurgau besonders ein Thema: Der Tod der Wirtin des Gasthauses «Waldhorn» in Tägerwilen. Aufgrund des Verdachts, seine Lebensgefährtin getötet zu haben, wurde der Wirt festgenommen. Alles deutete auf eine nicht natürliche Todesursache hin, gaben Gerichtsmediziner zu verstehen. Eifrig begann die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen zu ermitteln und das Polizeikommando Thurgau hoffte auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung.
Ablehnung die Zweite
Im November gelangte die Auszonung der Schlosswiese vor das Volk. Mit 1684 Nein- zu 750 Ja- Stimmen lehnten die Kreuzlinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Auszonung der drei Parzellen zwischen den Schlössern Brunegg und Girsberg sowie die Erweiterung der Umgebungsschutzzone im Gebiet Ribi-Brunegg ab. Der Stadtrat betrachtete nun die Initiative als nicht umsetzbar und abgeschrieben.
Im Connyland sterben Delfine, Tierschützer üben heftige Kritik.
Erfolgreiche Fussballer
Im letzten Derby gewann der FC Kreuzlingen mit 2:1 gegen Frauenfeld und ging mit fünf Punkten Vorsprung auf Verfolger Freienbach in die Winterpause. Damit hatte sich der Tabellenleader gute Voraussetzungen für die Mission Aufstieg, die im März 2012 wieder in Angriff genommen wird, geschaffen
Dezember – Im Dienste der Bevölkerung
Kurz und Knapp:Hilfe für die Stadtpolizei: Jetzt darf City Watch Security Bussen verteilen. Das Schulheim Bernrain erwirbt den Hof von Andreas Binswanger. Der Gemeinderat sagt Ja zur ersten Etappe der Planung «Xentrum».
Seit dem 1. Dezember ist es der City Watch Security möglich, Vergehen rund um das Seeburgpark-areal mit Bussen zu ahnden. Durch die übertragenen Kompetenzen wurde dem Wunsch der Bevölkerung nach mehr Ordnung in diesem Gebiet Rechnung getragen.
Michael Meier, Inhaber City Watch (l.), und Albert Schuler, Leiter Stadpolizei.
Hof Brunnegg gekauft
Das Schulheim Bernrain erweiterte seine Therapie-Möglichkeiten, indem es den Hof von Landwirt Andreas Binswanger gekauft hat, der ab 2015 bewirtschaftet werden soll. Mit dem Erwerb des Hofes sei es möglich, den Jugendlichen Schnupperarbeitsstellen, Brückenlösungen, Ausweichplätze für Lehrabbrüche, speziell begleitete Lehrstellen sowie Praktika anzubieten.
Zukunftsweisendes Programm
Die grenzüberschreitende Agglomerationsplanung Kreuzlingen-Konstanz wurde im Dezember dem Bundesamt für Raumentwicklung zur Prüfung übergeben. Das gesamte erste Investitionsvolumen zwischen den Jahren 2015 und 2018 könnte rund 154 Millionen Franken betragen. Das Agglomerationsprogramm soll den beteiligten Städten und Gemeinden als Planungs- und Führungsinstrument dienen. Enthalten ist ein Aktionsprogramm. Rund 100 Massnahmen sind für die nächsten 20 Jahre angedacht. Der Schwerpunkt der Massnahmen liege auf der Förderung des Langsamverkehrs, der Entwicklung nach innen und der Förderung und Stärkung von Gebieten, die bereits überbaut und angeschlossen sind. Je nach Wirkung beteilige sich der Bund an der Mitfinanzierung der Infrastrukturanlagen. Eine Antwort vom Bund ist im nächsten Jahr zu erwarten.
Ja zu Stadthaus-Wettbewerb
Ein klares ja gab der Gemeinderat am 15. Dezember zum 450000 Franken-Wettbewerb für das neue Stadthaus im Dreispitzpark. Verbesserung der Kundenfreundlichkeit, gemeinsame Nutzung der Infrastruktur und kürzere interne Arbeitsabläufe sind nur einige Vorteile, die ein zentrales Stadthaus bieten kann. Es soll auch die geplante «grüne Mitte» Kreuzlingens, also den neuen Dreispitzpark auf der Festwiese, abschliessen. Schon im nächsten Jahr könnte nun das Projekt «Stadthaus» vor das Volk kommen.
«Stärnäzauber» die Zweite
Der zweite «Chrüzlinger Stärnäzauber» ist am 18. Dezember zu Ende gegangen. Trotz geringer Besucherzahlen soll das Event auch in den nächsten Jahren weitergeführt werden. Eine Änderung am Konzept sei allerdings nicht ausgeschlossen.
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