Amriswil – Die Nachfolgerin von Kirchenrätin Heidi Baggenstoss heisst Ruth Pfister. Sie übernimmt das Ressort Kirche Kind Jugend und ist damit zuständig für die Umsetzung wichtiger Neuerungen, mit welchen sich die Evangelische Landeskirche Thurgau aktuell befasst. Die gestrige Sitzung der Synode in Frauenfeld war von Wahlgeschäften für die Amtsperiode 2012 bis 2016 bestimmt. Der Voranschlag 2012 wurde genehmigt. - Brunhilde Bergmann
Das Ressort Kind und Jugend ist nach wie vor ein wichiger Bestandteil der Kirche. (Bild: Archiv)
Ruth Pfister wurde im Rahmen der Gesamterneuerungswahl in den Kirchenrat gewählt. Die Versicherungsfachfrau aus Amriswil ersetzt Kirchenrätin Heidi Baggenstoss, die ihren Rücktritt auf Ende Mai 2012 einreichte. Kirchenratspräsident Wilfried Bührer und die bisherigen Kirchenratsmitglieder Regula Kummer, Lukas Weinhold und Rolf Bartholdi wurden für die Amtszeit 2012 bis 2016 in ihrem Amt bestätigt. Ebenso wurden die bisherigen Mitglieder der Rekurs- und Beschwerdekommission, die Thurgauer Vertretung für die Abgeordnetenversammlung des SEK und die Delegierten für die Deutschschweizer Diakonatskonferenz wiedergewählt.
Stelle für Palliative Care Mit dem bevorstehenden Wechsel im Ressort Kirche, Kind und Jugend folgte die Synode dem Antrag des Kirchenrats, sein Gesamtstellenpensum von 150 auf 160 Prozent zu erhöhen. Die Praxis zeigte, dass die aktuellen 15 Stellenprozent für den weit verzweigten Bereich Kirche Kind Jugend eindeutig zu wenig sind. Weiter beschloss das Kirchenparlament die Schaffung einer Teilzeitstelle von 15 Stellenprozent für die Betreuung und Weiterentwicklung des derzeit in Umgestaltung befindlichen Internetauftritts, sowie eine Teilzeitstelle im Bereich Palliative Care mit 10 Stellenprozent. Da die Seelsorge Teil des kantonalen Konzeptes zur Umsetzung von Palliative Care ist, will die Landeskirche sicherstellen, dass dafür jederzeit eine Ansprechperson zur Verfügung steht. Zum Aufgabenbereich gehört unter anderem die Beratung und Unterstützung der Kirchgemeinden bei der Erstellung und Umsetzung von Palliative-Care-Konzepten auf Gemeindeebene, sowie die Verantwortung für Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlich Tätigen. Aufgrund ihrer spezifischen Erfahrungen und Kompetenzen für diesen Aufgabenbereich wäre Pfarrerin Karin Kaspers Elkes aus Horn bestens für diese Aufgaben geeignet. Die Synodale Barbara Hummel aus Kreuzlingen bezweifelte, dass ein Pensum von nur 10 Prozent ausreichend sei.
Fragen zur Wählbarkeit Mit ihrer Interpellation wollen vier Unterzeichner vom Kirchenrat wissen, nach welchen Entscheidungskriterien er seine Praxis bei der ausserordentlichen Zuerkennung der Wählbarkeit ins Thurgauer Pfarramt ausrichtet. Pfarrer Peter Kuster, Lustdorf, einer der Interpellanten zeigte sich mit der „sorgfältigen und klaren Antwort“ des Kirchenrats zufrieden und wünschte, «dass der Pfarrberuf weiterhin attraktiv und mit guten Leuten besetzt werden soll».
Kein Geld für Jungscharen Diakon Roland Pöschl, Sirnach, löste mit seinem Antrag auf Streichung von erstmaligen Zuwendungen in Höhe von 5'000 Franken an Bund evangelischer Jungscharen der Schweiz Besj eine engagierte Diskussion aus. Eine knappe Mehrheit folgte dem Streichungsantrag - die theologisch fragwürdige Aussagen, mit denen sich Besj im Internetauftritt präsentiert, seien mit landeskirchlichen Grundsätzen nicht vereinbar. Dies obwohl mehrere Votanten die gute Kinder- und Jugendarbeit, sowie die Leiterausbildungskurse von Besj in ihren Kirchgemeinden ausdrücklich lobten.
Mit der kirchlichen Arbeit vertraut Ruth Pfister, Versicherungsfachfrau aus Amriswil, ist mit kirchlichen Themen bestens vertraut. Sie war acht Jahre Präsidentin, zuvor vier Jahre Vizepräsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Amriswil-Sommeri. Durch die Auswertung von verschiedenen kirchenrätlichen Vernehmlassungen gewann sie bereits Einblick in Anliegen anderer Kirchgemeinden. Der neu zu besetzende Bereich Kirche Kind Jugend steht ihr durch ihre drei schulpflichtigen Kinder, ihre Tätigkeit im Kindergottesdienst und Erfahrung in der Kirchenvorsteherschaft nahe. Die neu gewählte Kirchenrätin ist davon überzeugt, dass der Same des christlichen Glaubens, der im Kinder und Jugendalter gesät wird, besonders wertvoll ist.
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