Herdern – Der Verein Schloss Herdern, das Massnahmezentrum Kalchrain und die EKT stellten am 18. Januar 2012 der Bevölkerung von Herdern das gemeinsame Projekt für eine Biogasanlage vor. Bereits ab 2013 soll beim Schloss Herdern «Thurgauer Naturstrom» für 200 Haushalte und Wärme für das Schloss erzeugt werden. - EKT Holding AG
An der Veranstaltung informierten Edwin Bosshard vom Verein Schloss Herdern, Heinz Bachmann vom Gemeinderat Herdern, Markus Schüpbach, CEO der EKT und weitere Referenten die interessierte Bevölkerung über die geplante Biogasanlage.
Edwin Bosshard begrüsste die Anwesenden und umriss den bisherigen Projektablauf. Bereits im 2009 zeigte eine Studie des Kantons Thurgau, dass die Voraussetzungen für eine landwirtschaftliche Biogasanlage beim Schloss Her-dern ausgezeichnet sind. Mit einem Investitionsvolumen von 2,6 Millionen Fran-ken handelt es sich um eine grössere Biogasanlage. Entsprechend sorgfältig wurden die technischen Voraussetzungen und die verschiedenen Partner geprüft. Heinz Bachmann bekräftigte diese Worte und wies darauf hin, dass mit dieser Anlage auch eine nachhaltige Lösung für die Grüngutsammelstelle gefunden wird.
Geplante Biogasanlage Die geplante Anlage wird beim Schloss Herdern gebaut und soll eine klassische Biogasanlage mit einem Fermenter und einem Nachgärer sein. Diese geschlos-senen Systeme garantieren, dass keine Gärgase entweichen können. Ab 2013 soll die Anlage etwa 780‘000 kWh «Thurgauer Naturstrom» erzeugen. Dies reicht für rund 200 Haushalte. Die erzeugte Wärme wird vollumfänglich vom Schloss Herdern genutzt. Dies entspricht etwa 63‘000 Liter Heizöl. Die Gärsubstrate stammen zu über 90% von lokalen Betrieben und werden mittels Rohren transportiert. Einzig der Rest des Substrats wird mit Traktoren direkt angeliefert. Christian Eggenberger vom landwirtschaftlichen Beratungszentrum Arenenberg verglich die Funktionsweise mit dem Verdauungstrakt einer Kuh mit dem Unter-schied, dass die Biogasanlage keine methanhaltigen Gase ausstösst sondern viel Strom und Wärme.
Engagement der EKT Die EKT engagiert sich in diesem Projekt, da ihre Strategie vorsieht, die Energieproduktion im Kanton Thurgau auszubauen. «Thurgauer Naturstrom» soll mittelfristig ein substantieller Anteil am Strombedarf im Kanton Thurgau abdecken.
Markus Schüpbach, CEO EKT, zeigte den Weg auf, wie die Ziele erreicht werden. Die EKT brauche die positive Einstellung der Bevölkerung zu Naturstromanlagen. Dann sei es möglich, gemeinsam mit Partnern Naturstromanlagen – Biogas, Holz, Sonne – zu planen und zu betreiben. Beim Projekt Schloss Her-dern seien die Voraussetzungen ausgezeichnet, da die überschüssige Wärme an einen einzigen Kunden geliefert werde. Dies vereinfache Planung und Admi-nistration und ermögliche einen effizienten Betrieb.
Fragen der Interessierten
An der Informationsveranstaltung beantworteten die Spezialisten direkt die Fragen der Gäste. Hauptsächlich interessierte die Besucher, ob die Anlage in das Landschaftsbild passt. Die Referenten zeigten verschiedene Pläne, auf denen ersichtlich war, dass sich die Anlage an die umgebenden Gebäude des Schloss Herdern anlehnt. Der Umweltverträglichkeitsbericht zeigt, dass sich die Geruchsemissionen eher reduzieren, da die vergorene Gülle schneller im Boden versickert.
Biogasanlage Schloss Herdern (Planwerte)
Thermische Leistung: 166 kW
Elektrische Leistung: 120 kW
Thermische Energie: 630‘000 kWh netto
Elektrische Energie: 780‘000 kWh netto
Investitionsvolumen: CHF 2,6 Mio.
Baubeginn: III. Quartal 2012
Betriebsaufnahme: II. Quartal 2013
Substrate: circa 10‘000 Tonnen pro Jahr Schloss Herdern ist eine Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsstätte für über 100 Frauen und Männer, die aus sozialpsychologischen Gründen auf einen geschützten Rahmen zur Lebensführung angewiesen sind. Schloss Herdern nimmt vor allem Menschen mit einer psychischen Behinderung, oft in Kombination mit einer Alkoholabhängigkeit auf, und ist niederschwellig, nicht abstinenzorientiert ausgerichtet.
Für das ostschweizerische Straf- und Massnahmenkonkordat führt der Kanton Thurgau, im ehemaligen Zisterzienserinnen Kloster, das Massnahmezentrum Kalchrain. Die Hauptaufgaben sind Jugendliche- und junge Erwachsene, welche zu einer Massnahme laut StGB verurteilt sind, zu behandeln, therapieren, sowie in den verschiedenen Lehrbetrieben auszubilden.
EKT Energie Thurgau
Die Gründung der EKT geht auf das Jahr 1912 zurück. Innert hundert Jahren hat sich die EKT von der «elektrischen Kraftversorgung» zu einem modernen und kundenorientierten Dienstleister weiterentwickelt. Dabei beliefert die EKT in erster Linie die Energieversorgungsunternehmen im Kanton Thurgau mit Strom, die wiederum die Endkunden versorgen.
Versorgungssicherheit im Vordergrund Rund 100 Mitarbeitende setzen sich täglich für die sichere Energieversorgung im Kanton Thurgau ein. Dabei spielen die Beschaffung und der Vertrieb von elektri-scher Energie eine Hauptrolle. Der permanente Unterhalt, Ausbau und Betrieb der Netzinfrastruktur garantieren jederzeit eine störungsfreie Stromversorgung. Die Netzinfrastruktur umfasst rund 580 Leitungskilometer, 15 Unterwerke, 30 Schaltstationen, 47 Schaltkabinen und 12 Trafostationen.
Neben dem Kerngeschäft Energiebeschaffung und Energievertrieb konzentriert sich die EKT auf die weiteren Geschäftsfelder Messen, Telekom und Energie-Produktion.
Mehr Informationen: www.ekt.ch
Wasserball – Die Wasserball-Meisterschaft läuft auf vollen Touren. Dieses Wochenende stehen bereits zwei weitere Heimspiele im Kreuzlinger Hörnli auf dem Programm. Der... »weiter
St.Gallen – Für Wirksamkeit und Nutzen der polizeilichen Zusammenarbeit sind die Staatsgrenzen kein Hindernis. Zu dieser Einschätzung gelangten die für die innere Sicherheit... »weiter
Steckborn – Zur diesjährigen Generalversammlung der Spitex Steckborn am Donnerstag vergangene Woche konnte Präsident Andreas Gäumann trotz des schönen Wetters eine grosse... »weiter
Fussball – Die Frauenfelder zeigten am letzten Wochenende leider eine unerklärlich schlechte Leistung gegen den FC Altstätten und waren mit dem 0:3 noch gut bedient. Nichts... »weiter
Ärztebesucher w/ m Ostschweiz Sie betreuen in dieser sehr anspruchsvollen Tätigkeit, Grundversorger und Fachärzte und überzeugen diese mit Ihrem ... » Weiter