Handball – Das Derby zwischen dem abstiegsgefährdeten Romanshorn und Tabellenführer Kreuzlingen bringt keine Überraschung. Die Grenzstädter kommen mit einer Durchschnittsleistung zum 38:28-Auswärtserfolg. - Christian Lohr
Der HSC Kreuzlingen gewann gegen Romanshorn. (Bild: M. Gaccioli)
Im Gegensatz zu früheren Jahren, als sich die beiden Mannschaften heiss umkämpfte Partien lieferten, waren in dieser 1. Liga-Rückrundenbegegnung der beiden Thurgauer Mannschaften die Karten zu klar verteilt. „Da wird für uns wohl nichts drin liegen“, meinte denn auch HCR-Trainer Slavoljub Vulovic viel aussagend schon vor dem Anpfiff. Diese Skepsis war nicht unbegründet, sollte es doch den Gastgebern trotz einigem Bemühen an diesem Abend nicht gelingen, den Leader an diesem Abend wirklich in Bedrängnis zu bringen. Und dies, obwohl Kreuzlingen eine Darbietung bot, die durchaus auch sehr bescheidene Phasen enthielt.
Müller mit Konter-Wirbel
Romanshorn konnte seinen Formanstieg in den letzten Wochen zu Beginn durchaus andeuten. Während zehn Minuten schaffte man es, resultatmässig gegen den Spitzenreiter mitzuhalten. Beim 4:3 gingen die Gäste erstmals in Führung. Diese konnten sie in der Folge kontinuierlich ausbauen, da sie im Abschluss wesentlich effizienter agierten als die HCR-Truppe, der doch der eine oder andere technische Fehler unterlief. Für den HSCK reüssierte einige Male Topskorer Peter Schramm, der später dann durch eine offensive Mann-Deckung etwas zurückgebunden wurde.
Zum auffälligsten Akteur in der ersten Halbzeit avancierte aber Flügelspieler Marcel Müller. Gleich sechsmal war er innerhalb von wenigen Minuten erfolgreich um beeindruckte dabei als exzellenter Konter-Wirbel. Nach einem 8-Tore-Vorsprung baute der Leader ab. Die Einheimischen mit einem soliden Ricardo Fasciati blieben so in der Lage, den Schaden mit einem Halbzeit-Rückstand von 13:17 einigermassen in Grenzen zu halten.
Einige wenige Emotionen
Der Seitenwechsel sollte am grundsätzlichen Spielverlauf nichts ändern. Die spielerische Dominanz von Kreuzlingen zeigte sich schnell wieder. Auf die taktischen Massnahmen der Romanshorn Bank hatte man sich immer besser eingestellt. Auch besassen die Grenzstädter eben mehr Varianten, um mit Wechseln neuen Wind ins Spiel zu bringen. Dem See-Derby fehlte es an der Spannung, nicht ganz aber an den Emotionen. Es wurde Mitte des zweiten Durchgangs hektischer. Etwas, was auch die jungen Schiedsrichter mit ihrer zu wenig konsequenten Leitung nicht zu verhindern wussten.
Das Verdikt wurde gegen den Schluss immer klarer. Beim HSCK kam Gabor Fülöp durch eine gute Penalty-Trefferquote auf gesamthaft zehn Treffer. Der HCR darf für sich zugutehalten, bis zur letzten Sekunde zumindest Willen gezeigt zu haben. Diesbezüglich ist die 28:38-Niederlage dann doch noch etwas zu hoch ausgefallen.
Romanshorn – Kreuzlingen 28:38 (13:17)
Sporthalle Kantonsschule – 200 Zuschauer – Sr. Brunner/Salah.Strafen: 3x2 Minuten gegen Romanshorn, 6x2 Minuten gegen Kreuzlingen.
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