Siegesserie des Leaders im achten Spiel abgerissen
Handball – In der 1.-Liga-Meisterschaft kam der souveräne Tabellenführer HSC Kreuzlingen im Sonntagsspiel beim Ranglistenfünften HC Dietikon-Urdorf nicht über ein 23:23 hinaus. Den verdienten Punktgewinn sicherten sich die Zürcher zwei Sekunden vor Schluss. - Markus Rutishauser
Den ersten Punktverlust seit dem 12. November und sieben Siegen in Serie müssen sich die Kreuzlinger in allererster Linie sich selbst zuschreiben. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison gingen sie viel zu fahrlässig mit ihren herausgespielten Chancen um. Mindestens ein halbes Dutzend Mal scheiterten sie völlig freistehend am überragenden HCDU-Keeper Josip Katicic oder aber an der eigenen Abschlussschwäche. In diesem Bereich muss der HSCK im Spitzenkampf vom nächsten Samstag (18.15 Uhr, Egelseehalle) gegen den erstarkten SV Fides St. Gallen deutlich zulegen. Gegen den Tabellendritten, der aktuell 7 Punkte (5 Verlustpunkte) zurück liegt, kann das Team des Trainerduos Mierzwa/Schädler eine Vorentscheidung im Kampf um einen der beiden Plätze in der Aufstiegsrunde zur Nationalliga B herbei führen.
Dramatische Schlussphase Man kommt nicht darum herum festzustellen, dass Dietikon ein ungemütliches Pflaster für den HSC Kreuzlingen bleibt. Noch selten konnten die Hafenstädter an dieser Stätte überzeugen. Und das war auch an diesem Sonntag nicht anders. Kaum ein Spieler konnte sein Leistungsvermögen ausschöpfen. Nur einmal erzielte der HSCK weniger Treffer, nämlich beim 20:20 zum Saisontart in der Zürcher Saalsporthalle. Und in der Vorrunde hatte man Dietikon-Urdorf in eigener Halle noch sicher mit 32:20 auf Distanz gehalten.
In der ersten Viertelstunde des Rückrundenduells schien es ebenfalls so, als ob der Leader seine Siegesserie fortsetzen kann. 4:1 (7.) und 9:5 (17.) lag er dank einer starken Abwehrleistung vorne. Insbesondere den Zürcher Topscorer Daniel Imhof hatten die Thurgauer sicher im Griff. Doch schon in dieser Startphase offenbarte der HSCK wiederum Abschlussprobleme. Die ungenügende Chancenauswertung der Kreuzlinger und klare Vorteile der Zürcher auf der Goalieposition waren die Hauptgründe dafür, das bei Halbzeit ein 12:12 auf der Anzeigetafel aufleuchtete. Bezeichnenderweise gelang HCDU-Goalgetter Imhof der Ausgleichstreffer mit einem noch leicht abgelenkten Schuss von nahe der Mittellinie aus.
Verdient – aber unnötig Zu Beginn der zweiten 30 Minuten gingen die Zürcher erneut durch Imhof erstmals überhaupt mit 13:12 in Führung. Diesen Eintore-Vorsprung konnten sie allerdings nur bis zur 37. Minute und dem 15:15 verteidigen. Danach lag der Leader wieder vorne. Als dieser das Skore mit drei Treffern innerhalb von nur gut drei Minuten auf 18:15 stellte, schien die Partie doch noch den erwarteten Verlauf zu nehmen. Aber die Zürcher stemmten sich vehement gegen die Niederlage. Weil der HSCK weiterhin im Abschluss sündigte und Katicic stark hielt, war sechs Minuten vor Schluss beim Stand von 21:21 wieder alles offen. Auch eine Strafe gegen die Gastgeber konnte der Leader nicht zur Entscheidung nützen. Das 22:21 beantwortete Dietikon-Urdorf, welches in der gesamten 2. Halbzeit sehr offensiv und aggressiv verteidigte (meist 4:2), eineinhalb Minuten vor dem Abpfiff mit dem erneuten Ausgleich mittels einem erst im Nachschuss verwerteten Penalty. Als dann Gabor Fülöp 17 Sekunden vor Schluss ebenfalls einen Siebenmeter sicher zum 23:22 verwertete, war der achte Sieg in Serie für den HSCK wieder in Griffnähe. Weshalb sich die Hafenstädter in den letzten 12 Sekunden nicht für eine offene (Mann-)Deckung entschieden und Spielunterbrüche provozierten, bleibt ihr Geheimnis. Die Quittung folgte prompt: Lesko konnte einen letzten Schuss nur nach vorne abwehren, wo ein Zürcher den Ball in der Luft annehmen und zwei Sekunden vor dem Abpfiff zum zwar glücklichen, aber durchaus verdienten 23:23 versenkte.
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