Nach nur drei Finalpartien steht der Wasserball Schweizermeister 2010 fest. Lugano NPS holte sich in einer unwiderstehlichen Serie verdient und nun schon zum 14. Mal den Meistertitel. Der SC Kreuzlingen vermochte zwar zum Playoff-Auftakt noch Akzente zu setzen, im Verlaufe der Serie fehlten aber Kraft und Ideen, um die Tessiner ernsthaft gefährden zu können.
Für die NWL Wasserballer des SC Kreuzlingen ist am Samstagabend eine lange, kräfteraubende und insgesamt schwierige Saison zu Ende gegangen. Nach dem Titelgewinn von 2008 und 2009 wurde die Luft für die Thurgauer während der soeben abgelaufenen Meisterschaft zusehends dünner. Während Kreuzlingen zwei wichtige Abgänge zu verkraften hatte, legte Lugano mit dem überragenden italienischen Goalgetter Lazzarini entscheidend zu. Die Kreuzlinger musste darüber hinaus gegen zahlreiche körperliche Beschwerden sowie während fast der ganzen Qualifikationsphase gegen eine hartnäckige Formbaisse ankämpfen, die letztlich auch auf die Moral des ganzen Teams drückte. Aus dieser Warte betrachtet ist der Gewinn der Silbermedaille ein bemerkenswerter Erfolg, den sich die Equipe von Trainer Sirko Roehl sehr verdient hat.
Anfangs mit Widerstand
Vor ausverkaufter Zuschauertribüne und bei besten Bedingungen starteten beide Teams engagiert in die dritte Finalpartie. Obwohl die Tessiner gleich ihre Abschlussqualitäten zum Besten gaben, baute Kreuzlingen gekonnt Widerstand auf und hielt dank Treffern von Vacho und Fässler gut mit. Doch diese Startoffensive der Gäste sollte schnell wieder abflauen. Der SCK vermochte im zweiten Abschnitt die Pace nicht zu halten und wurde von Lugano vorentscheidend in die Defensive gedrängt. Lazzarini und zwei Mal Marino, die beiden überragenden Italiener bei Lugano, führten mit drei Toren fast im Alleingang die Vorentscheidung herbei.
Frühe Entscheidung
Rückblickend betrachtet, fanden sich die Kreuzlinger innerlich wohl schon früh mit der drohenden Niederlage ab, anders waren die teils verzweifelten und unpräzisen Abschlussversuche nicht zu deuten. Es war keinesfalls so, dass sich der SCK bereits bei Spielhälfte aufgab, aber das Leistungsniveau war insgesamt doch zu unterschiedlich, als dass nochmals Spannung aufkommen konnte. Nach dem definitiven Ausscheiden Halapis in der 23. Minute und zwei weiteren Treffern von Galijas und Cassina war die Luft bei den Ostschweizern endgültig draussen.
Blick in die Zukunft
Das letzte Viertel der NWL Saison 2010 war so etwas wie der sanfte Ausklang einer anforderungsreichen Spielzeit. Im Wissen des sich abzeichnenden Ausgangs waren beide Coaches im letzten Viertel bereit, ihre Reservespieler einzuwechseln und sie am Playoff Final teilhaben zu lassen. Insbesondere im Lager der Kreuzlinger machte die Jugend auf sich Aufmerksam. Weber (18) im Tor sowie Raschle (18), Herzog (17) und Buob (16) spielten unerschrocken auf und hielten mit dem zu diesem Zeitpunkt bereits feststehenden neuen Schweizermeister sehr gut mit. Der Jüngste von ihnen läutete dabei in der Schlussminute mit einem sicher verwandelten Strafwurf quasi die National Waterpolo League 2011 ein.
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