Thurgau – Im Jahr 2009 erhöhten sich die Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden um gut sieben Prozent. Dennoch konnte jede zweite Gemeinde tiefere Sozialhilfeausgaben als im Vorjahr verbuchen. - KLZ
Pro Einwohner gaben die Gemeinden durchschnittlich 92 Franken aus. Dies geht aus den soeben erschienenen Statistischen Mitteilungen Nr. 4/2010 «Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden 2009» hervor.
Die schwierige Wirtschaftslage im Jahr 2009 machte sich auch bei den Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden bemerkbar. Nachdem die Sozialhilfeausgaben während zweier Jahre gesunken waren, sind sie 2009 erstmals wieder gestiegen. Mit einer Zunahme von 7,2 Prozent wendeten die Gemeinden netto rund 1,5 Millionen Franken mehr auf als im Vorjahr. Allerdings haben sich in jeder zweiten Gemeinde die Sozialhilfeausgaben zurückgebildet. Insgesamt beliefen sich die Unterstützungsleistungen (netto) auf 22,5 Millionen Franken.
Brutto sind die Unterstützungsleistungen um 3,8 Prozent gestiegen und bezifferten sich auf 88,8 Millionen Franken (brutto = ohne Rückerstattungen an die Gemeinden). Die Bevorschussungen von Kinderalimenten, welche 13 Prozent der Sozialhilfeausgaben ausmachen, gingen netto um drei Prozent zurück und entwickelten sich damit gegenläufig zu den gestiegenen Fürsorgeleistungen.
Bezirke Weinfelden, Arbon und Kreuzlingen vorne
Die Sozialhilfeausgaben haben in fast allen Bezirken zugenommen. In den Bezirken Weinfelden, Arbon und Kreuzlingen sind sie überdurchschnittlich gestiegen. Die bevölkerungsreichen Gemeinden gaben hierfür den Ausschlag: Gemeinde Weinfelden: +41 Prozent, Arbon: +17 Prozent und Kreuzlingen +11 Prozent.
Im Schnitt 92 Franken pro Einwohner
Im Jahr 2009 gaben die Thurgauer Gemeinden im Schnitt 92 Franken pro Kopf der Wohnbevölkerung für Sozialhilfe aus. Dies sind zwar fünf Franken mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als in den Jahren 2004 bis 2007, als über 100 Franken pro Einwohnerin oder Einwohner aufgewendet wurden. Am stärksten belastet waren im Jahr 2009 die vier Gemeinden Rickenbach, Steckborn, Bischofszell und Arbon, wo mehr als 150 Franken pro Kopf für Sozialhilfe aufgebracht wurden. Fast 60 der 80 Gemeinden wendeten weniger als den Kantonsdurchschnitt von 92 Franken pro Einwohnerin oder Einwohner auf.
208 tiefe Sozialhilfequote
Gemäss der Schweizerischen Sozialhilfestatistik, deren aktuelle Werte sich auf das noch gute Wirtschaftsjahr 2008 beziehen, waren im Kanton Thurgau rund 3’620 Personen auf Sozialhilfe angewiesen. Dies entspricht einer Sozialhilfequote von 1,5 Prozent. Die landesweite Sozialhilfequote lag deutlich höher bei 2,9 Prozent.
Den 36- bis 45-jährigen Personen gelang es anscheinend dank der guten konjunkturellen Lage am ehesten, sich aus der Sozialhilfe zu lösen. In dieser Altersgruppe ist die Sozialhilfequote am deutlichsten gesunken und lag 2008 bei 1,4 Prozent (2007: 1,8 Prozent). Aber auch bei den jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) ist die Sozialhilfequote stark gesunken, auch wenn diese unverändert den höchsten Wert aller Altersgruppen aufweisen (2008: 2,0 Prozent, 2007: 2,3 Prozent). Schweizweit ist die Sozialhilfequote der jungen Erwerbsfähigen fast doppelt so hoch (2008: 3,8 Prozent, 2007: 4,1 Prozent).
Weitere Details finden sich in den Statistischen Mitteilungen Nr. 4/2010 «Öffentliche Sozialhilfe der Gemeinden 2009» (www.statistik.tg.ch).
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