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Fr. 27. August 2010 - 17:01 Uhr
Summer School der Regionen Europas in Rorschach eröffnet

Thurgau – «Der Thurgau macht viel für den Regionalverkehr. In diesem Bereich haben die Regionen nach wie vor die Kompetenz, die Massnahmen nach ihren eigenen Bedürfnissen zu gestalten». - ID

Stolz über die Zusammenarbeit der beiden Kantone: Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark (rechts) sowie der St. Galler Regierungsrat Josef Keller bei der Medienkonferenz zur Eröffnung der VRE Summer School in Rorschach.
 
Stolz über die Zusammenarbeit der beiden Kantone: Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark (rechts) sowie der St. Galler Regierungsrat Josef Keller bei der Medienkonferenz zur Eröffnung der VRE Summer School in Rorschach.

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Dies betonte Regierungspräsident Jakob Stark zum Start der Summer School 2010 der Versammlung der Regionen Europas (VRE) am Montag, 23. August, in Rorschach. Rund 150 Teilnehmende aus 50 Regionen in 17 europäischen Ländern setzen sich während einer Woche im Raum Rorschach / Arbon mit dem Thema Mobilität auseinandersetzen. Gemeinsame Gastgeber sind die Kantone Thurgau und St. Gallen.
 
Summer Schools haben bei der Versammlung der Regionen Europas (VRE) Tradition. Die Organisation, die sich für die Interessen der Regionen auf europäischer Ebene einsetzt, führt die Anlässe bereits seit 1996 durch. Die VRE wurde im Jahr 1985 gegründet und repräsentiert mittlerweile mehr als 270 Regionen aus 33 europäischen Ländern sowie 13 interregionale Organisationen. Auftrag der VRE ist die Förderung des Subsidiaritätsprinzips sowie der regionalen Demokratie. Der Kanton Thurgau gehört der VRE seit 1993, der Kanton St. Gallen seit 1995 an. 
 
Thema der diesjährigen Sommer School im Raum Rorschach / Arbon vom 22. bis 27. August ist die urbane, ländliche und interregionale Mobilität. Im Mittelpunkt stehen dabei der öffentliche sowie der private Verkehr und die Grenzen der Verkehrsentwicklung.  Das Konferenzthema erlaubt es, eine der Stärken der Kantone Thurgau und St. Gallen international beispielhaft darzustellen sowie die Leistungen der lokalen Rollmaterialindustrie hervorzuheben. In theoretischen Programmteilen, Workshops und praktischen Exkursionen im Rahmen von Studienbesuchen sollen die Teilnehmenden dabei auch die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Kantonen hautnah miterleben. 

Nach wie vor Kompetenz zur Eigengestaltung

Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark betonte bei der Eröffnung, die Regionen hätten nach wie vor die Kompetenz, den Regionalverkehr nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Je dichter das Angebot des öffentlichen Verkehrs und je besser die Strassen, desto höher sei die Standortattraktivität. Der Thurgau mache viel für den öffentlichen Verkehr. So habe die Anzahl der Passagiere auf Bahn und Bus in den letzten zehn Jahren um 58 Prozent zugenommen. Bis zum Jahr 2015 sei ein weiterer Ausbau um jährlich zehn Prozent geplant. Auch das Strassennetz solle moderat ausgebaut werden. Stark erwähnte die Schnellstrasse in den Oberthurgau, welche Dörfer und Städte vom Verkehr entlaste. Positiv wertete Stark auch, dass den Vertretern der Regionen Europas die Leistungsfähigkeit der einheimischen Rollmaterialindustrie präsentiert werde.
 
Der St. Galler Regierungsrat Josef Keller bezeichnete die Kantone als Modelle für die Regionen Europas. Gemäss Keller ist die Zusammenarbeit zwischen dem Kantonen St. Gallen und Thurgau beispielhaft. Aufgrund der Lage seien es zudem beide Kantone gewohnt, über die Grenzen hinaus zusammen zu arbeiten. Es sei wichtig, sich in internationale Gremien einzubringen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
 
Peter Straub, Landtagspräsident von Baden-Württemberg und Vizepräsident der VRE, betonte, ohne Mobilität sei Wachstum nicht denkbar. Baden-Württemberg mit seinen Ballungsräumen werde aber auch mit den Problemen der Mobilität konfrontiert. Auf der Suche nach Lösungen seien intelligente Konzepte für modernes, nachhaltiges Mobilitätsmanagement gefragt.
 
Gemäss VRE-Generalsekretär Klaus Klipp ist die Versammlung der Regionen Europas hauptsächlich in drei Bereichen tätig, nämlich Einfluss, Wissen und Aktion. Da 40 Prozent des Budgets der Europäischen Union im Bereich der Regionalpolitik liege, sei das Lobbyieren für die Rechte der Regionen unabdingbar. Somit könnten auch die Kantone bei der «Regulierungsmaschine EU» Einfluss nehmen. Weitere Tätigkeitsgebiete seien die Weiterbildung von Berufsleuten durch Austauschprogramme sowie die Bildung von Netzwerken und Bürgerforen. Im Grunde genommen gehe es um die Frage, was für ein Europa man wolle. Ob nur Vorschriften und Regulationen produziert werden sollten oder ob man ein Europa anstrebe, wo die Leute mitreden und über ihre Zukunft entscheiden könnten.  

Die Region erkunden

Die Teilnehmer sollen aber auch die gesamte Region in touristischer Hinsicht erkunden können. Angeboten werden Exkursionen auf den Säntis, in die Appenzeller Schaukäserei oder zu einem Most-Hersteller in der Region. Für sportliche Aktivitäten sorgen Inline Skating sowie Velotouren entlang des Bodensees. Damit sich die  Teilnehmerinnen und Teilnehmer selber ein Bild über das Angebot des öffentlichen Verkehrs machen können, verfügen sie über ein regionales Generalabonnement während des gesamten Anlasses.
 

 
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