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Mi. 25. Januar 2012 - 14:43 Uhr
Tierschützer in großer Sorge um Delfine

Lipperswil/Radolfzell (D) – Die Tierschützer der deutschen Delfin- und Walschutzgesellschaft ProWal machen sich große Sorgen um die Gesundheit der drei verbliebenen Delfine im ConnyLand. Ein Tourismusboykottaufruf ist in Vorbereitung. - ProWal

Der Delfin «Chelmers» starb am 13. November 2011 im ConnyLand. (Bild: ProWal)
 
Der Delfin «Chelmers» starb am 13. November 2011 im ConnyLand. (Bild: ProWal)

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Andreas Morlok, Geschäftsführer von ProWal ist erneut äusserst um das Wohlergehen der Delfine besorgt. «Wenn nun schon strafrechtliche Ermittlungen gegen die beiden Tierärzte eingeleitet worden sind, dann dürften diese nun nicht mehr für die Betreuung der Delfine zuständig sein», ist er überzeugt. Denn das Team von ProWal befürchtet nun, dass es weiterhin keine fachkompetente Versorgung für die Tiere gibt. Ende Oktober vergangenen Jahres wollte ProWal die Techno-Party im ConnyLand verhindern. «Vonseiten der Betreiber und dem Kantonsveterinär Dr. Witzig hiess es dann, dass es den Delfinen gut gehe», erinnert sich Morlok. «Dass dies offensichtlich nicht der Fall war, beweist ja gerade der Antibiotikaeinsatz danach.» Er erklärt, dass Delfine enorm unter Stress leiden. Zudem würde das Immunsystem dadurch geschwächt. Die Tiere seien allgemein anfällig für Krankheiten. Für Morlok stellt sich die Frage: «Wird die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt oder sind die Verantwortlichen alle nicht in der Lage, sich ausreichend um die Gesundheit der Delfine zu kümmern?»

Massiver Tourismusboykottaufruf
Nun macht ProWal ernst. Wie schon im letzten Jahr angekündigt, bereitet die Tierschutzorganisation einen massiven Tourismusboykottaufruf gegenüber dem Kanton Thurgau vor. «Die beiden selbst verschuldeten Todesfälle im ConnyLand haben weltweit für Empörung gesorgt», erklärt der Geschäftsführer die Motivation für die Handlung. «Trotz der vielen Vorkommnisse wird dem ConnyLand nicht die Betriebserlaubnis für das Delfinarium entzogen.»  Dennoch würden sich die Betreiber trotz der acht Todesfälle seit dem Jahr 2008 uneinsichtig zeigen, so Morlok. Sie wollen vielmehr die kommerziellen Shows fortsetzten, wie das ConnyLand heute gegenüber Radio 24 bekannt gab. Morlok sieht darin das nächste Problem: «Mit drei Delfinen kann keine nachhaltige Zucht betrieben werden und deshalb steht zu befürchten, dass schon bald weitere Delfine in die Schweiz importiert werden.» Für ihn eine inakzeptable Situation. «Delfine gehören ins Meer und nicht in einen Freizeitpark.»

Am heutigen Mittwoch hat ProWal viele Gemeindeverwaltungen und Betriebe im Kanton Thurgau, die auf das Tourismusgeschäft angewiesen sind, über den anstehenden Tourismusboykottaufruf informiert. Denn die Tierschützer sind sich einig: Niemand solle von der kommerziellen Ausbeutung der Delfine mehr profitieren.

ProWal gab ausserdem bekannt, dass sie in Kürze mit einem Deutsch-Schweizer-Team in die Ukraine reisen werden, um sich dort ebenfalls für die Schliessung von Delfinarien einzusetzen. Danach soll entschieden werden, wann und in welcher Breite der Tourismusboykott gegenüber dem Kanton Thurgau ausgerufen werden soll. Bisher seien mehr als 800 Betriebe, die in der Tourismusbranche tätig sind, in der Boykottliste erfasst.
«Wir hoffen, dass die Geschäftsleitung des ConnyLand bis zu unserer Rückkehr aus der Ukraine einsieht, dass die Delfinhaltung keine Zukunft mehr hat und die Schließung seines Delfinariums bekannt gibt, damit ein Tourismusboykottaufruf verhindert und kein Betrieb mit massiven Umsatzeinbussen in diesem Geschäftsjahr zu rechnen hat,» so Morlok.

 
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