Thurgau – Im vergangenen Jahr hat sich die vom kantonalen Tiefbauamt erhobene Verkehrszunahme auf den Thurgauer Kantonsstrassen leicht abgeflacht. Nachdem in den Vorjahren der Anstieg der Verkehrsfrequenzen jährlich zwischen 1 und 2 Prozent lag, ging er auf rund 0,8 Prozent zurück. Eine hohe Verkehrszunahme verzeichneten dagegen die Thurtalachse und die Seestrasse zwischen Kreuzlingen und Arbon. - KLZ
Nach wie vor wächst die Verkehrsmenge, trotz Fördermassnahmen des öffentlichen Verkehrs und dem Bestreben, den motorisierten Individualverkehrsteilnehmer zum Um-denken und Umsteigen zu bewegen. Dennoch nimmt, zusammen mit der Bevölke-rungszahl, der Bestand an Strassenfahrzeugen pro Haushalt weiter zu. Erfreulich ist aber, dass die Verkehrszunahme von 2010 auf den Thurgauer Strassen lediglich 0,8 Prozent beträgt.
Dies kann mit einer Reduktion der zurückgelegten Fahrkilometer des individuellen Privatverkehrs zu tun haben. Es ist allerdings offen, ob das Abflachen der Wachstumskurve eine Trendwende bedeutet – zu wünschen wäre dies. Denn die Zunahme der Fahr-zeugmenge zeigt auf verschiedenen Verkehrsachsen einen gewissen Sättigungsgrad. Staus und Verkehrsbehinderungen in Spitzenstunden gehören auf stark befahrenen Kantonsstrassen – auch für den Busverkehr - zur ärgerlichen Tagesordnung. Beim Erreichen der Sättigungsgrenze in einem Strassenabschnitt entsteht Druck auf die nutzbaren Nebenachsen. Folge ist unerwünschter Schleich- oder Umfahrungsverkehr in die untergeordneten und siedlungsorientierten Quartierstrassen.
Das zeigt sich am Beispiel der Zürcherstrasse Ost in Frauenfeld deutlich. Mit einem DTV (durchschnittlicher täglicher Verkehr) von 23'100 Fahrzeugen hat sich die Verkehrsmenge gegenüber dem Vorjahr um 400 Fahrzeuge reduziert. Hier hat eine Verkehrsverlagerung auf die Nebenachsen (Langfeld-, Breiten- und Militärstrasse) stattgefunden.
Überdurchschnittlicher Mehrverkehr
Auf der Thurtalachse ist die Verkehrszunahme überdurchschnittlich hoch und beträgt zwischen 1,0 und 2,5 Prozent, dies je nach Strassenabschnitt und regionalem Zentrumseinfluss. Ein überdurchschnittlicher Mehrverkehr wurde auch für die Ortsdurchfahrt von Bischofszell, die Umfahrung Rickenbach und die Kantonsstrasse H13 zwischen Arbon und Kreuzlingen festgestellt. In Kreuzlingen hat eine überaus starke Verkehrszunahme auf der Kantonsstrasse H13.1 („Chance Nord“ und Seetalstrasse) stattgefunden. Dafür hat sich, in etwa gleichem Masse, eine Entlastung auf der durch das Zentrum führenden Hauptstrasse H13 (Romanshornerstrasse) eingestellt. Markant haben auch die Verkehrszahlen an den Grenzübergängen im Raum Kreuzlingen / Konstanz (5 bis 10 Prozent) zugelegt. Auf der Unterseeachse H13 zwischen Kreuzlingen und Diessenhofen verhalten sich die Verkehrsfrequenzen stabil.
Die Verkehrszahlen auf den Nationalstrassen werden durch den Bund erhoben. Im Kantonsgebiet Thurgau betragen die Messwerte für die Nationalstrasse A1 im Raum Wil rund 51'200 Fahrzeuge (+1,8 Prozent), für die A7 im Raum Frauenfeld Ost rund 28'500 Fahrzeuge (+2,9 Prozent) und im Abschnitt A7 Müllheim - Kreuzlingen rund 14'600 Fahrzeuge (+4,3 Prozent).
Das kantonale Tiefbauamt unterhält ein permanentes Verkehrszählnetz von 84 Messorten, unterteilt in über 230 Messstellen. Durch Baustellen können Störungen der Datenreihen entstehen. Diese haben erheblichen Einfluss auf bestimmte Strassenabschnitte und die Zähldaten (z.B. Baustellenumleitung Bürglen). So sind nicht alle erhobenen und publizierten Verkehrszahlen mit den Verkehrsmengen der Vorjahre vergleichbar.
Die Karten mit den Verkehrsbelastungen sind im Internet abrufbar unter: www.tiefbauamt.tg.ch
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