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Do. 29. Juli 2010 - 14:17 Uhr
Versicherungsbetrug nimmt gerade in der Ferienzeit zu

Betrug – Nach Schätzungen des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) beruhen rund zehn Prozent der Schadenzahlungen auf betrügerischen Forderungen. - Allianz Suisse


 

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Der Schaden für die Versicherungen geht in die Milliarden. Die eigene Versicherung zu betrügen, gilt vielen noch immer als Kavaliersdelikt. Die Folge: Die Zahl der Betrugsfälle steigt von Jahr zu Jahr – allerdings auch die Aufklärungsquote der Versicherer, wie das Beispiel der Allianz Suisse zeigt.  

Ausgerechnet im Urlaubsland stürzt das Auto plötzlich den Hang hinunter – Totalschaden. Merkwürdig nur, dass im Heimatort gerade der Restwert des Leasingfahrzeugs berappt werden sollte. In der riesigen Sporttasche, die am Strand gestohlen wurde, befanden sich seltsamerweise ausschliesslich teuerste Objekte. Kaufbelege für die wertvollen Güter, die zusammengezählt eine stattliche Summe ergeben, gibt es allerdings keine mehr. Und auch die Zahl der Auffahrkollisionen steigt gerade in den Sommermonaten auffällig stark an. Der Polizeirapport aus dem Ausland ist allerdings kaum leserlich oder unvollständig. Beispiele wie diese häufen sich bei den Versicherungsgesellschaften gerade in den Ferienmonaten. Das Motiv ist in den meisten Fällen Bargeldnot.

Zahl der Betrugsfälle steigt

Allein bei der Allianz Suisse wurden im vergangenen Jahr mehr als 1'000 Betrugsfälle aufgedeckt – ein Plus von etwa zehn Prozent. Vor allem selbst herbeigeführte Sachbeschädigungen, vorgetäuschte körperliche Beschwerden und fingierte Auffahrunfälle sowie Autoschiebereien führen die Hitliste bei der Allianz Suisse an. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird die Hemmschwelle gegenüber der Versicherung deutlich geringer“, betont Jörg Zinsli, Leiter Schaden der Allianz Suisse. Rund 330'000 Schadenfälle wurden der Allianz Suisse 2009 gemeldet – die Dunkelziffer für betrügerische Forderungen liege somit bei über 30'000 Fällen. Allerdings sei Versicherungsbetrug kein Kavaliersdelikt und ziehe entsprechende Konsequenzen nach sich, so der Schadenexperte.

Erfolgreiche Betrugsbekämpfung

Die Methoden der Betrüger werden dabei immer raffinierter – gleichzeitig aber auch die Methoden der Betrugsbekämpfung. Daten und gefälschte Dokumente können bei berechtigten Zweifeln anhand neuester Softwarelösungen schneller und effizienter auf Betrugsversuche untersucht werden, und auch die Angestellten gehen immer sensibler mit der Thematik um. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr hat der Fachbereich Betrugsbekämpfung der Allianz Suisse, der unter anderem auch hochspezialisierte Kriminalexperten angehören, mehr als 1'000 Betrugsfälle erfolgreich aufgedeckt. Die Auswirkungen für die Allianz Suisse sind enorm: So konnten 2009 aufgrund professioneller Ermittlungen rund 18 Millionen Franken an unberechtigten Forderungen abgewendet werden. Die Zahl wird in diesem Jahr voraussichtlich auf über 20 Millionen Franken steigen. Zinsli: „Natürlich vermuten wir nicht hinter jedem gemeldeten Schadenfall einen Betrugsversuch und der grösste Teil unserer Kunden ist absolut ehrlich. Aber wenn gewisse Indizien für einen Betrug sprechen, sind wir besser als früher in der Lage, diesen aufzuklären.“  Ein Versicherungsbetrüger schade vor allem der Versicherungsgemeinschaft, die den Betrug über die Prämien mitfinanzieren müsse.  

 
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