Volleyball – Volley Amriswil schlägt Dukla Liberec im Challenge-Cup verdient und schafft sich damit eine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel vom nächsten Mittwoch. Die Schweizer setzten den Gegner mit starken Services unter Druck und konnten ihrerseits auf ein stabiles Side-Out-Spiel zählen. - Adrian Ruthishauser
In Tschechien startete Volley Amriswil in den europäischen Challenge-Cup 2011/12. Dukla Liberec gilt als starkes Team, verlor es doch in der tschechischen Liga erst ein Spiel in dieser Saison. Amriswil startete gut in die Partie und servierte druckvoll. Das Team machte einen wachen und gut eingestellten Eindruck. In der Verteidigung kämpften die Thurgauer um jeden Ball – vor allem Kroiss glänzte mit Abwehraktionen. Beim zweiten technischen Time-Out lagen die Schweizer mit 15:16 in Front. Amriswil machte wenige direkte Fehler, Liberec in der Schlussphase einige zu viel: Service-, Angriffs- und Netzfehler der Tschechen ebneten den Weg zum verdienten Satzgewinn für die Schweizer (22:25).
Weiterhin standen für Amriswil Bär, Gavrilovic, Turanjanin, Ivkovic, Dirceu, Tomasik und Kroiss auf dem Feld. Der Beginn des zweiten Satzes war umkämpft. Bis zum Stand von 9:9 konnte sich kein Team mit mehr als einem Punkt absetzen. Erst bei 11:9 gelang Liberec zwei Punkte in Folge. Angefeuert von den lautstarken Fans hielt Liberec den Druck aufrecht und zeigte sich in dieser Phase kompakter als Amriswil. Gute Blocks und druckvolle Services der Tschechen zwangen Amriswil zu Fehlern. Mit 25:19 ging der zweite Satz ans Heimteam.
Dirceu zeigt internationale Klasse
Vor dem ersten technischen Time-Out im dritten Durchgang gelangen Dirceu einige starke Services zum 6:8 für Amriswil. Drei Punkte Vorsprung erarbeitete sich Amriswil bis zum 13:16. Und diesen Vorsprung liessen sich die Thurgauer nicht mehr nehmen: Obwohl Liberec zwischenzeitlich wieder auf einen Punkt herankam, brachte Amriswil den Vorsprung über die Runden. Wie schon im ersten Satz agierte Amriswil in der entscheidenden Phase am Satzende sicher und leistete sich weniger Fehler als Liberec. Dank gezielten Services konnten die Tschechen ihr schnelles Spiel nicht aufziehen, Amriswil hatte somit am Block einfachere Arbeit. Die Schweizer spürten nun, dass eine Überraschung drin lag.
Schlag auf Schlag ging es in den vierten Satz. Je länger der Satz dauerte, desto fehleranfälliger wurden die Tschechen. Amriswil nutzte das gekonnt aus, punktete am Block und verwertete die eigenen Bälle sicher. Wer aber dachte, Liberec gebe sich geschlagen, irrte. Nun kam die Erfahrung der älteren Spieler bei den Tschechen zum tragen. Bei 16:15 lagen sie zum ersten Mal wieder in Führung. Plötzlich flatterten bei den Schweizern die Nerven: ein Angriffs- und ein Annahmefehler führten zum 19:17. Liberec blockte zum 20:17. Amriswil konnte nicht mehr reagieren und verlor den vierten Satz mit 25:22.
Druckvolle Services, stabile Annahme Der Start ins Tie-Break glückte: 0:2 gingen die Schweizer in Führung. Danach entwickelte sich ein hin und her, das an Spannung kaum zu überbieten war. Dirceu verschaffte Amriswil mit einem Service-Hammer etwas Luft – 4:6 lautete der Zwischenstand. Ein Super-Block von Tomasik führte zum 4:8 – der Sieg war in Griffweite. Und Dirceu setzte noch einen drauf: Ein weiterer Service-Winner bedeutete den neunten Punkt für die Schweizer. Von der Annahme über den Pass bis zum Angriff – in dieser Phase funktionierte alles. 6:12 stand es zwischenzeitlich, dann 8:13. Gavrilovic versenkte einen Angriff zum ersten Matchball. Liberec punktete noch ein Mal, dann aber war der Sieg perfekt: Mit 9:14 gewann Amriswil den Entscheidungssatz und das Spiel verdient mit 2:3.
Selbstvertrauen für das Rückspiel am 21. Dezember in Amriswil
«Das war ein hartes Stück Arbeit», sagte Coach Schwanke nach dem Spiel glücklich. „Ausschlaggebend war sicherlich unser Service. Liberec hatte Mühe, ihre Angreifer mit schnellen Bällen einzusetzen. Das erleichterte uns die Arbeit am Block. Wir dagegen konnten auf eine stabile Annahme zählen und machten weniger Fehler“, so der Coach weiter.
Am nächsten Mittwoch kommt es in Amriswil zum Rückspiel gegen das Team aus Tschechien. Amriswil hilft nur ein Sieg weiter: Gewinnt Liberec das Rückspiel im Tellenfeld (unabhängig vom Satzresultat), kommt es zu einem Golden-Set, der die Entscheidung bringen muss.
Spielbeginn am Mittwoch, 21. Dezember, ist um 19 Uhr. Vor dem Spiel verpflegen sich die Zuschauer in der Festwirtschaft mit Spätzli und Gulasch oder an der Volleybar. Amriswil freut sich auf viele Fans am letzten Heimspiel in diesem Jahr. Zuvor stehen aber in der Meisterschaft und im Cup wichtige Partien an: Am Samstag spielt Amriswil in Lutry, am Sonntag in Lugano um den Einzug in den Cup-Viertelfinal.
Matchtelegramm
Dukla Liberec (CZE) – Volley Amriswil (SUI): 2:3 (22:25, 25:19, 22:25, 25:22, 9:15), Dukla Liberec, Liberec; Schiedsrichter Rusinoiu (ROM) / Rogic (RUS); 650 Zuschauer; Spieldauer 116 Minuten; Startformation Volley Amriswil: Bär, Turanjanin, Ivkovic, Miroslav Tomasik, Gavrilovic, Paulino, Kroiss
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