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Sa. 12. November 2011 - 11:15 Uhr
Von Stimmentausch und Panaschierkönigen

Thurgau – An den Nationalratswahlen 2011 legt die SVP die überparteilich attraktivste Liste vor und vermochte zudem ihre eigene Wählerschaft am besten vom Panaschieren «abzuhalten». Eindeutiger Panaschierkönig war Peter Spuhler. Dies geht aus den soeben veröffentlichten Statistischen Mitteilungen «Nationalratswahlen 2011» hervor, in der die Panaschierdaten unter die Lupe genommen werden. - ID

Beliebt beim Volk: Peter Spuhler wurde auf vielen Thurgauer Wählerliste notiert. (Bild: Archiv)
 
Beliebt beim Volk: Peter Spuhler wurde auf vielen Thurgauer Wählerliste notiert. (Bild: Archiv)

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Die SVP zog an den Nationalratswahlen 2011 mit Abstand am meisten Panaschierstimmen an. Sie erzielte auf tausend parteifremden Wahlzetteln und je kandidierender Person durchschnittlich 111 Panaschierstimmen. Mit der überparteilich zweitattraktivsten Liste glänzte die CVP. Mit 63 Panaschierstimmen pro Kandidierendem und pro tausend parteifremden Wahlzetteln holte sie allerdings nur gut halb so viele Panaschierstimmen wie die SVP. Die überparteilich drittattraktivste Liste stellte die FDP auf – sie ergatterte 45 Panaschierstimmen pro Kandidierendem und pro tausend parteifremden Wahlzetteln. Auf den weiteren Plätzen bezüglich überparteilicher Attraktivität folgen die Listen der SP/Gewerkschaften (33 Panaschierstimmen pro Kandidierendem und pro tausend parteifremden Wahlzetteln), der Grünen Partei (20), der BDP (17), der glp (15) der EDU (8) und der EVP (7).
 
Grösste Parteidisziplin bei der SVP-Wählerschaft
Die SVP holte nicht nur am meisten Panaschierstimmen von Wahlzetteln anderer Parteien, sondern vermochte ihre eigene Wählerschaft auch am besten vom Panaschieren «abzuhalten». Auf tausend eigenen Wahlzetteln musste die SVP lediglich 565 Panaschierstimmen an andere Parteien abgeben. Anders ausgedrückt: Die SVP verlor im Schnitt nur auf gut jedem zweiten Wahlzettel eine Stimme an andere Parteien. Am zweitbesten bezüglich Parteidisziplin ihrer Wählenden schnitten die SP, die CVP und die EDU ab. Sie mussten pro tausend eigenen Wahlzetteln gut tausend Panaschierstimmen abgeben. Auf den weiteren Plätzen folgen die EVP, die FDP und die GP. Am meisten Panaschierstimmen an andere Parteien abtreten mussten die glp und die BDP.
 
Grosser Panaschierstimmenfluss von der BDP an die SVP
Von welchen zu welchen Listen wurde besonders intensiv panaschiert? Den grössten Panaschierstimmenabfluss gab es von Wahlzetteln der BDP zugunsten Kandidierender der SVP. Die BDP verlor pro tausend eigenen Wahlzetteln und je kandidierender Person der SVP 64,3 Panaschierstimmen an die SVP. In umgekehrter Richtung war der Panaschierstimmenfluss um ein Vielfaches geringer.
 
FDP verlor viele Stimmen an die SVP
Den zweitgrössten Panaschierstimmenabfluss beobachtete man zwischen der FDP und der SVP. Pro tausend eigenen Wahlzetteln und pro Kandidierendem der SVP musste die FDP 48,9 Stimmen an die SVP abtreten. Auch von diesem Panaschierstimmentausch profitierte die SVP: Pro tausend Wahlzetteln ihrer eigenen Wählerschaft und pro Kandidierendem der FDP verlor sie nämlich nur 16,7 Panaschierstimmen an die FDP. Aus Sicht der SVP war die FDP dennoch die bedeutendste Empfängerpartei der von ihren eigenen Wahlzetteln abfliessenden Panaschierstimmen, gefolgt von der CVP. Allen anderen Parteien kamen nur wenige Panaschierstimmen von SVP-Wahlzetteln zu.
 
Hohe Parteiaffinität zwischen SP und GP
Den drittgrössten Panaschierstimmentausch gab es zwischen der GP und der SP. Von tausend Wahlzetteln der GP und pro kandidierender Person der SP flossen 43,3 Panaschierstimmen an die SP, in umgekehrter Richtung nur 27,9 Stimmen.
 
CVP profitierte von Panaschierstimmen aus BDP-Wahlzetteln
Der viertgrösste Panaschierstimmenfluss spielte sich zwischen der BDP und der CVP ab. Die BDP verlor pro tausend eigenen Wahlzetteln und pro Kandidierendem der CVP 41,1 Stimmen an die CVP. Umgekehrt musste die CVP deutlich weniger Panaschierstimmen an die BDP abgeben. Aus Sicht der CVP war die BDP jedoch trotzdem eine der bedeutenderen Empfängerparteien für abfliessende Panaschierstimmen. Am meisten Panaschierstimmen verlor die CVP an die SVP, mit grossem Abstand gefolgt von der FDP, der BDP und der SP.
 
Wählerschaft der BDP und glp panaschierte rege und an ein breites Spektrum von Listen
Die Wählerinnen und Wähler, die einen Wahlzettel der glp in die Urne legten, panaschierten im Vergleich zur Wählerschaft anderer Parteien überdurchschnittlich viel und zudem aus einem auffallend breiten Spektrum von Listen. Am meisten Panaschierstimmen flossen von glp-Wahlzetteln zur CVP. Nennenswerte Panaschierstimmenflüsse gab es aber auch hin zur SVP, BDP, SP, GP und FDP. Einzig der EDU und der EVP kamen kaum Panaschierstimmen von glp-Wahlzetteln zu. Die Panaschierneigung der BDP-Wählerschaft war insgesamt noch grösser als jene der glp-Wählerschaft. Auch hier fällt das breite Parteienspektrum auf, das von BDP-Panaschierstimmen profitierte. Klar die Nase vorn hatte als Empfänger von BDP-Panaschierstimmen die SVP, gefolgt von der CVP.
 
Peter Spuhler ist Panaschierkönig
Der überparteilich attraktivste Kandidat war mit grossem Abstand Peter Spuhler. Pro tausend parteifremden Wahlzetteln erschien sein Name 304-mal. Platz 2 in der Liste der Panaschierkönige erreichte Hansjörg Walter (193 Panaschierstimmen pro tausend parteifremden Wahlzetteln), Platz 3 Brigitte Häberli-Koller (127). In die «Top Ten» der Panaschierköniginnen und -könige geschafft haben es ferner Edith Graf-Litscher (SP/Gew), Christian Lohr (CVP), Peter Schütz (FDP), Max Vögeli (FDP), Silvia Schwyter-Mäder (GP), Mathias Wenger (CVP) und Martin Huber (BDP).

 
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