Weihnachtskollekte für nachhaltige Hilfe im Südsudan
Frauenfeld – Erst vor wenigen Tagen hatte das Welternährungsprogramm (WFP) vor einer drohenden Hungerkrise im Südsudan gewarnt. Nebst dringender Nothilfe benötigt das von jahrzehntelangem Bürgerkrieg geplagte Land auch nachhaltige Unterstützung. Dafür will der Evangelische Kirchenrat den Ertrag der Weihnachtskollekten 2011 einsetzen. - Brunhilde Bergmann
Der Evangelische Kirchenrat gewährt den Kirchgemeinden im Kanton Thurgau die Wahl zwischen drei verschiedenen Projekten als Gabenziel für die Weihnachtskollekte 2011. Alle drei Projekte engagieren sich, unabhängig von der drohenden Hungerkrise, für nachhaltige Hilfe im Südsudan. Sie werden getragen vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS, von Mission 21 und von Tearfund.
Das HEKS unterstützt fünf südsudanesische Nichtregierungsorganisationen beim Aufbau und der Wiederherstellung der Dörfer. HEKS gewährleistet durch seine Hilfe in mehr als zehn Dörfern die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Weitere Schwerpunkte sind Hilfe in Landwirtschaft, Fisch- und Viehzucht sowie Bildung und Friedensförderung.
Der Sudan Council of Churches (SCC) hat eine lange Tradition in der Frauen- und Jugendarbeit. Gunda Stegen, langjährige ökumenische Mitarbeiterin von Mission 21, konnte diese Arbeit in der Hauptstadt Juba erfolgreich wiederbeleben. Sie hilft Frauen und jungen Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags und entwickelt mit ihnen Zukunftsperspektiven.Während des Bürgerkriegs konnten nur wenige Menschen im Süden des Sudan die Schule besuchen. Das Bildungssystem muss erst wieder aufgebaut werden. Das christliche Hilfswerk Tearfund setzt seinen Schwerpunkt in die Förderung des Bildungssektors und setzt sein Projekt in der Provinz Rumbek East im Südsudan um.
Grund für die drohende Katastrophe im Südsudan ist der Verlust eines Grossteils der Ernte wegen unregelmässiger Regenfälle. In Teilen des Landes sind die Lebensmittelpreise bereits um das Doppelte bis Dreifache gestiegen. Zudem flohen mehr als 40´000 Menschen aus den Grenzregionen Blauer Nil und Süd-Kordofan in den Südsudan, seit das Land im Juli 2011 offiziell unabhängig geworden ist. International anerkannt ist der frühere Sudan nach einem Volksentscheid aufgeteilt worden in den nördlichen Sudan mit der Hauptstadt Khartum und den neuen Südsudan mit der Hauptstadt Juba.
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