Volleyball – Volley Amriswil holt sich gegen den Aufsteiger aus Züri Unterland mit 1:3 (20:25, 25:17, 14:25, 12:25) drei wichtige Punkte und bleibt weiterhin im Rennen um die Playoff-Plätze. - Réne Zweifel
Am Dienstag in der Ukraine spielte Volley Amriswil noch vor 2500 Zuschauern, die Partie in der Sporthalle Ruebisbach in Kloten wollten nur etwa 100 Personen sehen. Nachdem Amriswil gegen Lokomotive Kharkov klarer Aussenseiter gewesen war, galt es nun wieder der Favoritenrolle gegen Aufsteiger Züri Unterland gerecht zu werden. Amriswil wollte den Gegner auf keinen Fall unterschätzen und ging sehr konzentriert ans Werk.
Kampf auf Augenhöhe Die junge Zürcher Mannschaft zeigte wenig Respekt und bot den Amriswilern zu Beginn einen ausgeglichenen Kampf. Die Gäste, welche mit Captain Bär begannen, erspielten sich zwar einen kleinen Vorsprung, doch der Aussenseiter aus Zürich liess sich nicht abschütteln und kämpfte verbissen um jeden Punkt. Die grössere Klasse der Thurgauer zeigte sich im druckvollen Service und einem variantenreichen Angriffsspiel. Schliesslich holte sich der Favorit den ersten Durchgang mit 20:25.
Von der Rolle Im zweiten Satz schien plötzlich Sand im Getriebe zu sein. Mit vielen Eigenfehlern, unpräzisen Angriffen und einem wirkungslosen Blockspiel lud Volley Amriswil die stärker werdenden Zürcher zum Punktesammeln ein. Die Thurgauer gerieten immer mehr ins Hintertreffen. Coach Schwanke setzte elf seiner zwölf Spieler ein und
nahm bei 14:12 sein erstes Time Out. Beim zweiten technischen Time Out stand es bereits 16:12 für die Gastgeber. Die Amriswiler schienen blockiert und ratlos. Züri Unterland sammelte Punkt um Punkt und zog auf 22:16 davon. Auch das zweite Time Out vom Amriswiler Trainer brachte nichts mehr, sodass die Einheimischen den viel umjubelten Satzgewinn mit 25:17 realisieren konnten.
Starke Reaktion Captain Marco Bär richtete in der Satzpause sehr deutliche Worte an sein Team. Er appellierte an den Stolz seiner Truppe und forderte von jedem einzelnen bedingungslosen Einsatz. Dieses Machtwort zeigte Wirkung und war offenbar genau das Richtige. Die Mannschaft präsentierte sich wie ausgewechselt, nahm den Kampf an und demonstrierte eindrücklich, zu was sie fähig ist. Das Heimteam war völlig überfordert vom starken Service und dem präzisen, harten Angriffsspiel von Schläpfer und Co. Beim Stand von 5:1 dann eine Schrecksekunde für die Ostschweizer: Mitteangreifer Petar Turanjanin landete nach einem harten Smash so unglücklich, dass er sich das linke Knie verdrehte und mit schmerzverzerrtem Gesicht liegenblieb. Der Spieler musste mit der Bahre vom Feld getragen werden und wurde nach der Heimkehr zu weiteren Untersuchungen in das Kantonsspital Münsterlingen gebracht.
Nach diesem Ausfall ging ein regelrechter Ruck durch die Mannschaft der Amriswiler. Die Jungs von Trainer Schwanke spielten wie aus einem Guss und degradierten ihre Gegner zu Statisten. Amriswil demonstrierte grosse Klasse und gewann die beiden restlichen Sätze eindrücklich mit 14:25 und 12:25. Wenn Volley Amriswil auch in den nächsten Partien wieder so aufspielen kann und mit der richtigen Einstellung zu Werke geht, ist in
dieser Saison noch einiges möglich.
Die Ausgangssituation in der Tabelle könnte nicht spannender sein. Amriswil liegt punktgleich mit dem drittplatzierten Lugano auf Platz vier, wobei Lugano ein besseres Satzverhältnis aufweist (nur gerade ein Satz besser). Verfolger sind Näfels und Lausanne mit einem Punkt weniger. Diese beiden Teams treffen dann in der letzten Qualifikationsrunde am 28. Januar in Näfels aufeinander. Einer von beiden wird also Haare lassen müssen. Amriswil will nächsten Samstag gegen Genf (und am Sonntag im Cup) zeigen, zu was es fähig ist, und sich die Qualifikation vorzeitig sichern. In der letzten Runde treffen die Thurgauer dann auf das Schlusslicht
Münchenbuchsee (auswärts). «Wir peilen den dritten Rang an, um noch einen Punkt mit in die Playoffs zu nehmen», erklärt Präsident Dominik Joos. Es zeichnet sich ab, dass die Qualifikation für die Playoffs bis zum letzten Ball spannend und offen bleiben wird. Man muss davon ausgehen, dass sogar das Satzverhältnis über ein Weiterkommen entscheiden wird. Und da hat Amriswil gute Karten in der Hand.
Schlussphase im Kampf um die Playoff-Plätze
21. / 28. Januar 2012
Volley Amriswil Näfels Lugano Lausanne
Genf (h) Züri Unterland (a) Laufenburg (h) Münchenbuchsee (h)
Münchenbuchsee (a) Lausanne (h) Schönenwerd (a) Näfels (a)
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