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So. 18. Juli 2010 - 17:18 Uhr
www.archivesonline.org ermöglicht grenzenlose Archivsuche

Internet – Seit Dienstag, 13. Juli, kann man zum ersten Mal direkt in mehreren grossen Schweizer Archiven gleichzeitig online recherchieren. - ID

Vom neuen gemeinsamen Archivportal begeistert (von links): Landammann Peter Hegglin (ZG), Regierungsrat Kaspar Schläpfer (TG) sowie Regierungsrat Markus Notter (ZH).
 
Vom neuen gemeinsamen Archivportal begeistert (von links): Landammann Peter Hegglin (ZG), Regierungsrat Kaspar Schläpfer (TG) sowie Regierungsrat Markus Notter (ZH).

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Möglich macht dies die  Suchplattform www.arichvesonline.org, welche die Kantone Basel-Stadt, Thurgau, Zug und Zürich sowie das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich zusammen entwickelt haben. An der zweiten Sommermedienfahrt des Kantons Thurgau konnten  Medienschaffende den Start der revolutionären Archivsuche im Staatsarchiv des Kantons Zürich miterleben.
 
Die Staatsarchive der Kantone Zürich, Thurgau, Basel-Stadt, Zug und das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich betreiben mit www.archivesonline.org neu ein gemeinsames Portal für die archivübergreifende Suche nach Informationen aus 1200 Jahren Schweizer Geschichte. Damit wird die Suche in den unzähligen Laufkilometern der Staatsarchive der Kantone wesentlich erleichtert. Zwar kannten mittlerweile praktisch alle Kantone Online-Recherchetools, doch gesucht werden musste bislang  in jedem Kanton einzeln.
 
«Wissen ist Macht», zitierte der Zürcher Regierungsrat Markus Notter ein bekanntes Sprichwort anlässlich der Einweihung in Zürich. Am meisten Wissen gebe es in den Archiven und darum sei der öffentliche Zugang dazu ein wichtiger Teil des Demokratisierungsprozesses. Bisher sei sehr viel Spezialistentum nötig gewesen, um dieses Wissen zu erschliessen. Ab jetzt sei dies anders, denn nun stehe dieses Wissen allen Bürgerinnen und Bürgern offen.
 
Der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer erinnerte daran, dass der  Thurgau bis 1798 eine Gemeine Herrschaft der acht alten eidgenössischen Orte Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus und Zug gewesen sei. Die Stände hätten von 1460 bis 1798 im Turnus von zwei Jahren Landvögte nach Frauenfeld geschickt. Diese Herren hätten jeweils bei ihrem Weggang einiges mitgenommen, neben solideren Dingen meist auch Akten. Deshalb liege wichtiges thurgauisches Schriftgut heute in den entsprechenden Staatsarchiven. Da im vorrevolutionären Thurgau auch der Bischof von Konstanz und der Fürstabt von St. Gallen in Thurgauer Angelegenheiten mitgemischt hätten, lägen bedeutende Archivalien auch im Stiftsarchiv St. Gallen und im Generallandesarchiv in Karlsruhe.
 
Als die St. Galler mit den Zürchern wegen der Rückforderung von Kulturgütern im Clinch gelegen seien und nach langen Diskussionen ein Kompromiss im Kulturgüterstreit gefunden worden sei, habe man im Thurgau kurz erwogen, dasselbe zu tun und die mitgenommenen Archivalien zurückzufordern. Man habe sich jedoch den  Überlegungen des Thurgauer Staatsarchivs angeschlossen, elektronisches Erschliessen allemal sei besser. Neben der elektronischen Erfassung der eigenen Bestände habe man die anderen Archive dazu motivieren wollen, ihre thurgauischen Archivalien ebenfalls online recherchierbar zu machen.
 
In der Datenbank des Thurgauer Staatsarchivs sind heute gegen 300 000 Verzeichnungseinheiten nach internationalen Normen erfasst; die Hälfte davon ist recherchierbar, weil die Schutzfristen abgelaufen sind. Und einzelne der anderen Staatsarchive wie das Zürcher Staatsarchiv hätten ihre Thurgauer Archivalien ebenfalls erschlossen. Es sei deshalb nur folgerichtig, wenn diese beiden Archive zu den fünf Gründvätern des neuen Archivportals zählten, betonte Schläpfer. Als Grenzkanton ohne eigene Universität, aber zwischen den universitären Zentren Zürich, St. Gallen und Konstanz liegend, habe der Thurgau ein grosses Interesse an einer lebendigen Geschichtsforschung. Das neue Archivportal werde sie unterstützen und erleichtern.
 
 
Die weiteren Referenten gaben denn auch ihrer Überzeugung Ausdruck, weitere Kantone und Archive würden sich dem revolutionär einfachen Portal anschliessen.
Gemäss dem Zürcher Staatsarchivar Beat Gnädinger haben bereits über 30 Interessenten aus der Schweiz und Nachbarländern ihre Absicht signalisiert, dem gemeinsamen Portal beizutreten.

 
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